Gelenkprobleme sind kein Schicksal

(djd). Wer beim Aufstehen, beim Treppensteigen oder beim Sport Gelenkschmerzen verspürt, ist in seinem Alltag stark eingeschränkt. Viele Bundesbürger leiden ständig unter solchen Gelenkproblemen und können sogar ihren Beruf nicht mehr schmerzfrei ausüben. Die Gründe für die Schmerzen sind vielfältig. Gelenkverschleiß ist sehr oft die Folge einer Arthrose oder auch Schmerzen durch Unfälle sowie als Spätfolge falsch verheilter Knochen. Weitere häufige Ursachen sind Infektionen und rheumatische Erkrankungen, eine Überbelastung durch reduzierte Muskelkraft – und nicht zuletzt Übergewicht. Viele Betroffene konnten ihre Fragen zum Thema Gelenkschmerzen stellen.

Folgende Experten antworteten:

– Alexander Reinert, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie am Orthopädiezentrum Rankestraße in Berlin, Behandlung orthopädisch-unfallchirurgischer Erkrankungen mit ganzheitlichen Therapiekonzepten

– Dr. Jürgen Siebenhünen, Personal Trainer in Berlin. Sportwissenschaftler, Ernährungsberater und Experte für betriebliches Gesundheitsmanagement

– Christoph Andersch, Experte für Berufsunfähigkeitsversicherungen bei den Ergo Direkt Versicherungen, Fürth

– Karen Saß, Ernährungswissenschaftlerin, Fachbereichsleitung Ernährung am Sport-Gesundheitspark Berlin e.V., Dozentin im betrieblichen Gesundheitsmanagement

Arthrose beispielsweise geht bei vielen mit dauerhaften Gelenkschmerzen und einer erheblichen Beeinträchtigung der Beweglichkeit einher. Kann man den Krankheitsverlauf verlangsamen oder sogar stoppen, wenn Arthrose rechtzeitig erkannt wird? Alexander Reinert: „Es gibt moderne medikamentöse Verfahren, die den Krankheitsprozess am Gelenk verzögern und teilweise zum Stoppen bringen können. Bekannt sind sehr vielversprechende Ansätze mit körpereigenen Wachstumsfaktoren, die in die Gelenke eingebracht werden.“ Einen wichtigen Stellenwert, so Reinert, habe zudem die Krankengymnastik zur Kräftigung und Bewegungsverbesserung. Gute Ergebnisse seien auch bei der Nutzung von orthopädietechnischen Hilfsmitteln wie Einlagen, Schuhzurichtungen und Bandagen zu sehen.

Rechtzeitig zum Arzt gehen

Einen Arzt, so Alexander Reinert, sollte man bei Überwärmung und bei Schwellungen des Gelenks, bei Ruheschmerzen und bei Blockierungen – also einer Minderung der Beweglichkeit – sowie bei Instabilitätsgefühlen aufsuchen. Wer unter ersten Gelenkschmerzen leidet, neigt häufig dazu, seinen Körper übermäßig zu schonen. Nach Ansicht von Dr. Jürgen Siebenhünen ist dies aber das Falscheste, was man tun kann. Beim Auftreten erster Symptome wie etwa dem „Anlaufschmerz“ nach längerem Sitzen oder einem deutlichen Schmerz beim Treppensteigen sei nicht weitere Passivität, sondern Aktivität angesagt: „Dazu gehören beispielsweise geeignete physiotherapeutische Maßnahmen und leichte Belastungsformen wie Spazierengehen oder Fahrrad fahren. Ich empfehle zudem eine leichte Dehn-Gymnastik.“

Mit Sport und gesunder Ernährung Übergewicht vermeiden

Übergewicht kann frühzeitig zum Gelenkverschleiß führen. Vor allem Hüft- und Kniegelenke sind vermehrt davon betroffen, da diese die höchsten Belastungen aushalten müssen. Dr. Jürgen Siebenhünen: „Das normale Gewicht kann man beispielsweise mit moderat betriebenem Ausdauersport und gymnastischen, aber auch kräftigenden Übungen erhalten beziehungsweise wiederherstellen. Die Ernährung sollte vitaminreich und fettarm sein.“ Der Ernährungsberater aus Berlin empfiehlt frische Produkte aus Obst und Gemüse, ballaststoffreiche Nahrung wie Salate und Vollkornprodukte, fettarme Milch und Milchprodukte. Aber auch die einfach und mehrfach ungesättigten Fette seien wichtig, enthalten etwa in gesunden Ölen und auch in Fisch.

Auf radikale Diäten sollte verzichtet werden, betont Ernährungswissenschaftlerin Karen Saß: „Eine einseitige Kost mit zu geringer Energiezufuhr verringert den Grundumsatz und kann zu kurzfristigem Nährstoffmangel führen.“ Akzeptabel seien Diäten mit Empfehlungen zu gemischter Kost mit viel Gemüse und einem Energiegehalt bis zu 1 500 kcal bei drei Mahlzeiten am Tag.

Vorsorgen mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung

Chronische Gelenkschmerzen können bei den Betroffenen dann schlimmstenfalls dazu führen, dass sie ihren Beruf nicht mehr ausüben können. Für einen solchen Fall sollte man nach Ansicht des Versicherungsexperten Christoph Andersch von den Ergo Direkt Versicherungen rechtzeitig mit dem Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung vorsorgen: „Solange die gesundheitliche Situation noch gut ist und keine Vorerkrankungen oder Beschwerden bestehen, ist es sinnvoll und unbedingt ratsam, eine solche Versicherung abzuschließen, da dann noch ein vollumfänglicher Versicherungsschutz gewährleistet werden kann.“

Treten erst einmal erste Krankheitsanzeichen oder Beschwerden auf, könne es schwierig werden, einen vollumfänglichen Versicherungsschutz zu bekommen. Zudem sei die Absicherung aufgrund des frühen Eintrittsalters im Allgemeinen zu äußerst günstigen Beiträgen zu bekommen. Generell sollte man einen Vertrag wählen, bei dem auf die abstrakte Verweisungsmöglichkeit verzichtet wird.

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