Gelebte Städtepartnerschaft

Die Privatdozentin Dr. Karen-Anett Büsing aus dem Institut für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) steht kurz vor der Abreise nach Haifa, Israel, eine der Partnerstädte der Stadt Mannheim. Am dortigen Rambam Medical Center wird die junge Radiologin einen zweimonatigen Forschungsaufenthalt zum Erfahrungsaustausch im Bereich der bildgebenden Tumordiagnostik nutzen. Als angehende doppelte Fachärztin – Radiologin und Nuklearmedizinerin – bringt sie eine spezielle Kompetenz im Hinblick auf moderne MRT-Verfahren und die Schnittstelle zur PET-Bildgebung mit, die eine präzisere Diagnose von Krankheiten auf der Ebene der Moleküle möglich macht.

Die drittgrößte Stadt Israels ist im Bereich der Medizintechnologie und speziell der Molekularen Bildgebung hervorragend ausgestattet und spielt wissenschaftlich in der ersten Liga – und ist daher für Dr. Büsing ein interessanter Partner für den wissenschaftlichen Austausch auf Augenhöhe. Am Rambam Medical Center wird die Radiologin eine Studie zur Diagnostik des Magenkarzinoms mittels PET-CT begleiten, bei der ein neues Nuklid eingesetzt wird.

„Die Zusammenarbeit zwischen unserem Institut und dem Rambam Medical Center, speziell mit Frau Professor Ora Israel, ist gelebte Städtepartnerschaft zwischen der Stadt Mannheim und der Stadt Haifa. Für uns bedeutet die Kooperation außerdem eine Investition in die Zukunft, weil führende medizinische Institutionen voneinander lernen können“, so Professor Dr. med. Stefan Schönberg, Direktor des Instituts für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin.

Das Mannheimer Institut besitzt seit einem guten Jahr ein PET-CT der neuesten Generation. Das PET-CT ist ein Hybridgerät, das die beiden bildgebenden Verfahren Positronen-Emissions-Tomographie und Computertomographie vereint. Vorteil: Das Gerät liefert im Rahmen einer einzigen Untersuchung sowohl Informationen zu Stoffwechselfunktionen als auch zur Anatomie. Das PET-CT wird vorwiegend für die onkologische Diagnostik eingesetzt. Anhand des Fusionsbildes der PET- und CT-Daten können stoffwechselaktive Tumorherde exakt lokalisiert werden.

Der Darstellung der Stoffwechselaktivität von Organen und Geweben dient das nuklearmedizinische Verfahren der PET. Dabei wird dem Patienten eine künstlich hergestellte, schwach radioaktiv markierte Substanz (Radiopharmakon) verabreicht, die im Körper verstoffwechselt wird. Aus der zeitlichen und räumlichen Verteilung der Zerfallsereignisse im Körperinneren wird auf die Verteilung des Radiopharmakons geschlossen, ein direktes Maß für die Stoffwechselaktivität.

Als Nuklid wird am häufigsten ein radioaktives Fluor Isotop (18F) verwendet. Beim in Haifa verwendeten Nuklid handelt es sich um den Proliferations-Marker 18-F-Fluor-L-Thymidin, der in der Tumordiagnostik und speziell beim Magenkrebs eingesetzt wird. Zwar kann dieses Nuklid an der UMM derzeit noch nicht vor Ort hergestellt werden, es ist aber eine Option für die nahe Zukunft. Die Erfahrungen, die Dr. Büsing in Haifa sammeln wird, könnten den Weg weisen.
(idw, 10/2010)

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