Wie laut, wie lange, wie viel? – die allgegenwärtige Bedrohung des guten Hörens durch Lärm

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Die Welt ist lauter geworden. Mehr Mobilität und mehr Verkehr erzeugen Lärm. Auch die Übertragungstechniken für Musik wurden verfeinert und intensiviert. Darin liegen große Gefahren für Gehör und Gesundheit durch die Geräuschbelastungen im Straßenverkehr, im Arbeitsleben und in der Freizeit. Lärm und Lärm ist dabei nicht immer dasselbe. Während das startende Flugzeug eindeutig als lärmendes Geräusch eingeordnet wird, gehen die Meinungen bei lauten Musikveranstaltungen deutlich auseinander. Das Rockkonzert ist für den Einen ein Genuss für den Anderen eine Zumutung. Doch objektiv ist alles, was laut ist, eine Gefährdung für das Gehör und das Wohlbefinden

„Das Gehör ist praktisch immer auf Empfang. Deshalb sind Lärm und störende Geräuschbelästigungen eine permanente Gefahr für das Gehör, da sie zum Verschleiß der Haarsinneszellen im Innenohr führen, die sich nicht wieder regenerieren“, sagt Burkhard Stropahl, Geschäftsführer der Fördergemeinschaft Gutes Hören. „Die häufigsten Hörschäden sind Beeinträchtigungen des Hörvermögens, die plötzlich als Hörsturz oder dauerhaft als Schwerhörigkeit auftreten. Außerdem hat das Gehör großen Einfluss auf die menschliche Gesundheit, so dass Lärm als eine körperliche Belastung angesehen werden muss, die Stress auslöst. Angefangen bei Unbehagen und Unwohlsein reicht die Palette der Begleiterscheinungen von Konzentrations-, Lern- und Schlafstörungen bis hin zum erhöhten Risiko für Herz- und Kreislauferkrankungen.“

Aufklärung und Vorsorge kommen daher im Hinblick auf Wohlbefinden und Hörgesundheit größte Bedeutung zu. Burkhard Stropahl erläutert weiter: „Das gesunde Gehör kann selektiv hören. Das heißt, Menschen sind bis zu einem gewissen Grad in der Lage, Störgeräusche auszublenden. Ein gutes Beispiel ist der brummende Kühlschrank, den man durch Gewöhnung nicht mehr wahrnimmt. Genauso kann es sich mit regelmäßig vorbeifahrenden Zügen oder Straßengeräuschen verhalten. Trotzdem bleibt das Risiko von Schädigungen, die zunächst nicht bemerkt werden.“

Die Hörexperten der Fördergemeinschaft Gutes Hören raten daher zu regelmäßigen Überprüfungen des Hörvermögens, um die Folgen von Hörschäden zu verhindern. Die regelmäßige Kontrolle ist auch deshalb so wichtig, weil beginnende Schädigungen des Gehörs wie auch das Risiko für Folgeerkrankungen zunächst unbemerkt bleiben können. Rechtzeitiges Erkennen und Behandeln zum Beispiel durch das Beseitigen von Lärmquellen, durch präventiven Gehörschutz oder durch die Nutzung moderner Hörsysteme sind ausschlaggebend bei der erfolgreichen Erhaltung von Hörvermögen und Gesundheit.

Kostenlose Hörtests auf höchstem fachlichen Niveau und Informationen zur Vorsorge bieten die Hörakustiker der Fördergemeinschaft Gutes Hören (FGH). Bundesweit gibt es rund 1.500 FGH-Meisterbetriebe für Hörgesundheit. Einen FGH-Partner in der Nähe findet man im Internet unter www.fgh-info.de oder unter der aus dem deutschen Festnetz kostenlosen Hotline 0800 360 9 360 (montags bis freitags von 9 – 18h).


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