Möglicher Gehirnzuwachs durch körperliche Aktivitäten

Mehr Sport = mehr Gehirn. Die These klingt schon ein wenig, wie ein Märchen, um die „Generation Playstation, Facebook, Twitter & Co.“ von der digitalen Technik hin zu mehr Sport zu bewegen. Zum einen geht ein langfristiges, nicht unerhebliches Gesundheitsrisiko von der Intensivnutzung digitaler Technik aus, zum anderen entsteht das kurzfristige, nicht zu unterschätzende Gesundheitsrisiko Bewegungsmangel. Der Gehirnforscher Manfred Spitzer macht in seinem bewegenden Buch „Digitale Demenz – wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen“ auf die Risiken der digitalen Technik überaus anschaulich aufmerksam. Doch soll an dieser Stelle vor allem die Gesundheitsgefährdung durch zu wenig Bewegung betrachtet werden. Im Gegensatz zum Bewegungsmangel soll die vermehrte, körperliche Aktivität – laut einer Bochumer Studie – bestimmte Hirnareale vergrößern. Darüber informiert eine aktuelle Pressemitteilung vom 20.02.2013 des Informationsdienstes Wissenschaft (idw). Der Slogan „mehr Gehirn durch mehr Sport“ könnte nicht nur Schüler, sondern auch Studenten und alle Menschen mit überwiegend geistiger Tätigkeit ansprechen. Denn vor allem Menschen, die beruflich viel Zeit am Schreibtisch verbringen, sollten sich zum Ausgleich für ihr gesundheitliches Wohlbefinden regelmäßig bewegen. Wenn die Bewegung dann noch mit „mehr Geist“ einher geht, dann gibt es keine Ausreden mehr für jeden Sportmuffel.

Sport als ein Intelligenz-Katalysator?

Nicht nur körperliche, sondern auch geistige Fähigkeiten werden laut einer Gruppe von Bochumer Medizinern um Professor Dr. med. Tobias Schmidt-Wilcke verbessert. Wenn man die Gehirne von Leistungssportlern mit denen von kompletten Nichtsportlern vergleicht, so weisen die sportlich Aktiven mehr graue Substanz in ganz bestimmten Gehirnregionen auf. Sport fordert das Gehirn heraus, mit unbekannten Situationen umzugehen. Wer regelmäßige Bewegung auf seinem Wochenplan hat, tut somit nicht nur seiner Muskulatur, seinem Kreislauf und seiner Stimmung etwas Gutes, sondern auch das Gehirn profitiert davon im besonderen Maße. Dieses Training für unser Denkorgan beginnt schon im Kindesalter. Daher spricht sich der Deutsche Sportlehrerverband eindeutig für mehr und besseren Sportunterricht aus.

Denn Kindern bringt der Sport eine Vielzahl von Vorteilen. Zum einen stellt er eine sehr gute Möglichkeit zur Prävention vom stark verbreiteten Übergewicht dar, zum anderen erhöht er nachhaltig die kindliche Knochendichte. Sport fördert die motorischen Fähigkeiten, übt das Gleichgewicht und stärkt die Kondition der Kinder. Außerdem schneiden laut dem Deutschen Sportlehrerverband e. V. Landesverband (DSLV) Baden-Württemberg Kinder, die sich regelmäßig sportlich betätigen, in Intelligenztests besser ab, als Bewegungsverachter. Was für Kinder bezüglich Sport und Gehirnleistung gilt, ist – laut dem Netzathleten-Onlinemagazin – auch auf Erwachsene zu übertragen.

Graue Substanz im Studienergebnis

In der Studie der Bochumer Forscher wurden über Kernspintomografie bei Kampf- und Ausdauersportlern in bestimmten Hirnarealen mehr graue Substanz gemessen. Als Probanden stand eine Gruppe von 26 Leistungssportlern einer Kontrollgruppe von 12 Nichtsportlern gegenüber. Im Bochumer Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikum Bergmannsheil wurden die Bilder der Kernspintomografie intensiv ausgewertet. Das Ergebnis zeigte eindeutig, dass die Leistungssportler im supplementären motorischen Areal des Gehirns mit deutlich mehr grauer Substanz ausgestattet waren. Spannender Weise wurde bei der Gruppe der Ausdauersportler zusätzlich eine zweite Hirnregion gefunden, die mehr graue Substanz aufwies, und zwar der Hippocampus. Während die weiße Substanz des Gehirns aus Nervenfasern besteht, weist die graue Substanz überwiegend Nervenzellkörper auf, was sie so bedeutend macht. Bisher ist allerdings noch nicht erkenntlich, ob das Wachstum der grauen Substanz auf Grund der stärkeren Durchblutung in den Gehirnarealen oder durch einen Wachstum der Zellen verursacht wird. Außerdem steht die Klärung der Frage an, ob sich die tatsächliche Gehirnleistung durch die vermehrte graue Substanz verbessert hat. Wenn dem so wäre, müssten Leistungssportler theoretisch ein besseres Arbeitsgedächtnis besitzen. Das menschliche Arbeitsgedächtnis ist vor allem für eine schnelle Informationsverarbeitung, sozusagen Auffassungsgabe und das Treffen von Entscheidungen überaus wichtig. Weitere Studien sind notwendig, um genauere Erfolge festmachen zu können. Dennoch, die Erkenntnis, dass das erwachsene Gehirn sich durch Trainings- und Lernprozesse verändern kann, ist für die Medizin eine überaus wichtige Erkenntnis für die Prävention und Behandlung unzähliger Krankheiten. Egal, welche zukünftige Bedeutung die graue Substanz haben wird, es steht fest, körperliche Bewegung wirkt sich grundsätzlich positiv auf den menschlichen Organismus aus. Für ein gesundes Workout und sportliche Bewegung im Alltag gibt es gute Kleidung unter anderem bei Zalando Sports und es ist egal in welcher Altersstufe man ist, für Bewegung ist es nie zu spät. Dabei sollten sich vor allem bisherige Nichtsportler langsam an eine Lieblingssportart heran tasten. Nicht jede Sportart ist für jeden von der körperlichen Konstitution her geeignet. Außerdem sollte es eine Sportart sein, für die man sich begeistern kann. Ansonsten bleibt die langfristige Freude an der Bewegung aus. Sportvereine, Fitness-Center, Volkshochschulen und kleine Institute bieten häufig – vor allem zum Frühjahr oder im Sommer – Schnupperkurse oder Probetrainings an. Hier kann man gut herausfinden, ob einem die Sportart liegt. Und wer zeitlich sehr eingespannt ist, kann einfach auch mehr Bewegung im Alltag einplanen, in dem Wege zu Fuß oder mit dem Fahrrad, statt mit dem Auto, zurück gelegt werden.

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