Gehirn und Immunsystem beim Schlaganfall – Neueste Erkenntnisse zur Interaktion zweier Supersysteme

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Schlaganfall. Das zentrale Nervensystem und das Immunsystem steuern vielfältigste Funktionen des Organismus. Neurologen mehrerer deutscher Universitätskliniken konnten nun zeigen, wie diese beiden Systeme nach einem Schlaganfall interagieren. Beim Schlaganfall führt ein Gefäßverschluss durch Sauerstoff- und Nährstoffmangel zu einem Untergang von Hirngewebe. Zusätzlich kommt es in den ersten Stunden und Tagen nach dem Gefäßverschluss zu einer Immunreaktion im Hirngewebe im und um den Bereich des Schlaganfalls, die wiederum zu einer weiteren Schädigung des Hirngewebes führt. Zu dem als besonders vielversprechend angesehenen Ansatz, diese Reaktion des Immunsystems zu unterdrücken, werden aktuell weltweit mehrere klinische Studien durchgeführt.

Weitere Erkenntnisse zur Interaktion von Immunsystem und Gehirn werden im Rahmen des Symposiums präsentiert: So konnten Neurologen aus Hamburg zeigen, dass sogenannte Gefahrensignale, die beim Zelluntergang aus Nervenzellen austreten, die Umgebung über die „drohende Gefahr“ informieren. Diese reagiert mit der Produktion von Signalstoffen, sogenannten Chemokinen, die wiederum verschiedene Entzündungszellen anlocken, die das Hirngewebe weiter schädigen. Forscher aus München konnten nachweisen, auf welchen Wegen diese Entzündungszellen in das Gehirn gelangen. Wissenschaftlern aus Würzburg und Essen ist es gelungen, die Interaktion von Gerinnungssystem und Immunsystem und deren Einfluss auf die Gewebsschädigung nach einem Schlaganfall zu entschlüsseln.

Neurologen aus Münster haben völlig überraschend herausgefunden, dass das Immunsystem neben seiner schädigenden Wirkung in den ersten Tagen nach dem Schlaganfall auf lange Sicht an der Heilung des Hirngewebes beteiligt ist. „Die im Symposium vorgestellten Erkenntnisse sind einerseits von wissenschaftlich großem Interesse, weil sie zeigen, wie komplex zwei Supersysteme des menschlichem Organismus interagieren“, so Prof. Dr. med. Jens Minnerup, Universitätsklinikum Münster, „Andererseits bilden sie die Grundlage für zukünftige Therapien von Schlaganfallpatienten.“

Das komplette Programm der ANIM 2017 steht unter www.anim.de zur Verfügung.

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Pressekontakt:
Kerstin Aldenhoff
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