Gefährliche Krankheiten überwachen

Wer sich in Deutschland zu meldepflichtigen infektiologischen, klinischen oder epidemiologischen Geschehnissen einen Überblick verschaffen will, sieht sich einer heterogenen Landschaft von Datensammlungen gegenüber. Informationen und Daten zu Krankheiten beim Menschen oder bei Tieren, die nach dem Gesetz einer Meldepflicht unterliegen, finden sich bei verschiedenen Bundesämtern und -instituten, bei Gesundheitsämtern und bei Amts- und Landestierärzten.

So unterschiedlich wie die Orte, an denen die Daten gesammelt werden, sind auch die Meldeprozesse und die Form, in der die Daten vorliegen. Die Nationale Forschungsplattform für Zoonosen lädt deshalb zu einem Workshop zum Thema „Elektronisches Meldewesen“ am 1. und 2. Juli 2010 nach Berlin ein, bei dem erstmals eine Bestandsaufnahme über das elektronische Meldewesen in der Human- und Veterinärmedizin in Deutschland vorgenommen wird.

Dabei wird es beispielsweise um die Frage gehen, welche Datenstandards verwendet werden, wie detailliert die Daten bei den einzelnen Stellen vorliegen, wie sich die Semantik in der Human- und der Veterinärmedizin unterscheidet oder auch inwieweit die Meldepflichten in beiden Bereichen bereits sinnvoll aufeinander abgestimmt sind.

Forscher sollen einen Überblick darüber erhalten, welche Datensammlungen überhaupt vorhanden sind, auf welchen Rechtsgrundlagen sie beruhen und für welche Zwecke sie gesammelt werden. In Vorträgen und Diskussionen sollen die Möglichkeiten und Grenzen ausgelotet werden, diese Daten zu nutzen. Gegenstand der Veranstaltung wird außerdem sein, zu erfassen, inwiefern Probensammlungen zusätzlich zu den Datensammlungen existieren.

Der Workshop richtet sich sowohl an (Infektions-)Forscher aus den Bereichen Human- und Veterinärmedizin als auch an IT-Experten, die sich mit der Standardisierung gemeinsamer Daten befassen. Die Teilnahme ist kostenlos.
(idw, 06/2010)

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