Geburtenrekord an der Ulmer Frauenklinik

Ein Trend, den auch das Standesamt Ulm bestätigt. Dort habe man mit der Beurkundung von in Ulm geborenen Kindern auch kurz vor Jahresende noch alle Hände voll zu tun. Lag man im vergangenen Jahr bei einer Gesamtzahl von 2.550, so seien es für 2013 schon jetzt 2.653 beurkundete Kinder (Stand: 18.12.2013).

Insgesamt gesehen stemmt sich Ulm mit Deutschlands siebtgrößter Geburtsklinik sehr erfolgreich gegen einen Trend, der in vielen anderen Regionen der Republik gerne mit Schlagwörtern wie „Geburtenrückgang“ und „Problematische Alterspyramide“ beschrieben wird. „Wir freuen uns natürlich sehr, dass uns so viele werdende Eltern ihr Vertrauen schenken“, sagt Professor Janni. Der Geburtenrekord sei ein wichtiger Gradmesser für die eigene Arbeit und die Verankerung in der Region. „Wir ruhen uns auf dem Rekordergebnis selbstverständlich nicht aus, Verbesserungspotential gibt es schließlich immer. Für uns ist es insbesondere wichtig, dass wir auch zukünftig eine individuelle Geburtshilfe bei maximaler Sicherheit gewährleisten. Paare sollen sich ganz auf ihr Elternwerden konzentrieren können – in der Gewissheit gut aufgehoben zu sein.“

Für diesen Anspruch steht auch PD Dr. Frank Reister, Leiter der Sektion Geburtshilfe. Aus vielen Gesprächen mit werdenden Eltern weiß er, dass genau diese maximale Sicherheit fast immer an erster Stelle genannt wird und die Klinikwahl stark beeinflusst: „Als Universitätsklinik verfügen wir natürlich über eine breite Expertise bei den Ärzten, Hebammen und Pflegenden mit ganz enger Verzahnung zur Kinderklinik und vielen weiteren Einrichtungen der Ulmer Universitätsmedizin. Für uns gehört die Betreuung von Frauen mit einer Beckenendlage, einer Mehrlingsschwangerschaft oder mit einer Terminüberschreitung zur beinahe täglichen ärztlichen Routine. Unsere Erfahrung zusammen mit unseren medizintechnischen sowie diagnostischen Möglichkeiten gibt den werdenden Eltern Sicherheit, die schon bei normalen Geburten sehr wichtig ist und uns auch die Freiheit eröffnet, auf persönliche Wünsche der Eltern einzugehen. Schließlich möchten wir aus guter Hoffnung keine große Furcht machen.“

Beiden Ärzten ist bewusst, dass hohe Geburtenzahlen in einer hochmodernen medizinischen Einrichtung niemals dazu führen dürfen, dass die Wohlfühlatmosphäre verloren geht. „Wir haben uns in den vergangenen Monaten personell weiter verstärkt und auch umfangreiche Modernisierungsarbeiten u.a. auf unseren Wochenstationen realisiert. Ein anonymer Klinikbetrieb in wenig attraktiven Räumlichkeiten ist etwas, was die Eltern und auch wir nicht wollen“, unterstreichen Prof. Janni und Dr. Reister übereinstimmend.
Dieses selbstgesteckte Ziel bedeute allerdings auch, dass in diesem Jahr zeitweise nicht immer einfache Situationen zu meistern gewesen seien. „Renovierungsarbeiten im laufenden Klinikbetrieb, zumal auf Wochenstationen, sind eine echte Herausforderung. Ich möchte mich deshalb bei allen Eltern und meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bedanken, die in ihrer Mehrheit und mit viel Verständnis sowie Geduld die Maßnahmen mitgetragen haben“, so Professor Janni.
Bis Ende Januar 2014 können die Arbeiten auf den Wochenstationen endgültig abgeschlossen werden. Nur noch die attraktiven Motive des Fotografen Thomas Witzke fehlen an den Flurwänden. „Die Arbeiten des Künstlers kommen in diesen Tagen von einer Atelier-Ausstellung in Ulm direkt zu uns“, sagt der Ärztliche Direktor nicht ohne Stolz.
Man darf also gespannt sein auf die Synthese von Kunstgenuss und Hunger anmahnenden Säuglingsgeschrei. Eine Kombination, die frisch renovierten Klinikfluren wohl eine ganz besonders sympathische Note verleiht …

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