Gebündelte Sachkunde im Kampf gegen Brustkrebs

Alle zehn Minuten erfährt eine Frau in Deutschland, dass sie an Brustkrebs erkrankt ist; damit liegt das Mammakarzinom an der Spitze bösartiger Tumorleiden. Um die Kräfte im Kampf gegen diese Erkrankung gezielter zu bündeln, ist vor acht Jahren an der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) das Interdisziplinäre Brustzentrum gegründet worden, das seine medizinische Leistungsfähigkeit jetzt erneut gegenüber zwei Fachgesellschaften unter Beweis gestellt hat. In der Folge wurde es erfolgreich für weitere drei Jahre zertifiziert, also mit einer Art Gütesiegel bedacht. Damit ist es weiter das einzige zertifizierte Brustzentrum in Mannheim.

Die fachlichen Anforderungen, die bei der Zertifizierung an ein Brustzentrum gestellt werden, legen die Deutsche Krebsgesellschaft und die Deutsche Gesellschaft für Senologie (Brusterkrankungen) fest. Dabei kommt beispielsweise der Orientierung an einheitlichen Standards in Diagnostik und Therapie ein hoher Stellenwert zu. Außerdem muss pro Jahr eine Mindestanzahl an bestimmten Behandlungen nachgewiesen werden – beispielsweise mehr als 150 Brustkrebs-Operationen. So wird eine qualitätsgesicherte Therapie nach dem neuesten Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse gewährleistet.

Aufgabenschwerpunkt des Brustzentrums ist die umfassende Diagnostik und Therapie von Brusterkrankungen. Wie fächerübergreifend diese Arbeit ausgelegt ist, veranschaulicht ein Blick auf die Zusammensetzung des Leitungsteams: Professor Dr. Marc Sütterlin ist Direktor der Universitäts-Frauenklinik, Professor Dr. Frederik Wenz leitet die Universitätsklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie, und Professor Dr. Stefan Schönberg steht an der Spitze des Instituts für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin.

"Uns ist beispielsweise wichtig, dass sehr viele, möglichst sogar alle Patientinnen schon vor der Operation einer interdisziplinär besetzten Ärzterunde vorgestellt werden, in der gemeinsam mit der Betroffenen die bestgeeignete Behandlung festgelegt wird," berichtet Professor Sütterlin aus dem Zentrumsalltag. Zudem wird beispielsweise im Brustzentrum Mannheim als deutschem Leitzentrum für diese Methode das innovative Verfahren der Bestrahlung während der OP angewandt – die so genannte Intraoperative Radiotherapie.

Die Brustkrebstherapie hat in den letzten Jahrzehnten große Fortschritte gemacht. Dies zeigt sich unter anderem am zunehmenden Anteil von Operationen, bei denen auf eine Amputation der Brust verzichtet werden kann, die also brusterhaltend durchgeführt werden: Er liegt am Mannheimer Universitätsklinikum inzwischen bei rund drei Viertel der durchgeführten Brustkrebsoperationen.
(idw, 03/2010)

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