Gebrauchtwagen-Check Honda Accord: TÜV-Musterknabe

(dmd). Er kämpft gegen eine große Zahl an Konkurrenten. Seine Waffe: Er ist ein Muster an Zuverlässigkeit. Vor allem in der Generation von 2003 bis 2008. Wir schickten das oft unterschätzte Mittelklasse-Modell zu unserem Gebrauchtwagen-Check.

Karosserie und Innenraum
Der Accord ist für Honda so etwas wie ein Weltauto. Für den Bedarf auf unterschiedlichen Märkten wird er jeweils angepasst. So gab es ihn in Deutschland außer als Limousine noch als Kombi; das in den USA angebotene Coupé hingegen wurde hierzulande nie offiziell angeboten. In den Europaversionen kann der Accord daher immer mit viel Platz punkten. Vor allem der 4,75 Meter lange Kombi, genannt Tourer, schluckt Urlaubsgepäck und Großeinkäufe problemlos. Auch die Zuladung kann da mithalten – bis zu 520 Kilogramm sind mehr als viele aktuelle Lifestyle-Kombis mitmachen. Das Cockpit ist im typisch individuellen – auf den ersten Blick überladen wirkenden – Honda-Stil gehalten. Verarbeitung und Materialauswahl sind jedoch gut.

Besonders komfortverwöhnte Insassen sollten aber vor dem Kauf eine ausgiebige Probefahrt machen. Denn der Honda gehört zu den sportlicheren Angeboten in seiner Klasse und ist dementsprechend eher straff gefedert. Wer das mag, findet aber auch an der präzisen Lenkung und der knackigen Schaltung Gefallen.

Antrieb
Als größter Motorenhersteller der Welt hat Honda auch für den Accord die passenden Triebwerke parat. Die Benziner überzeugen dabei mit Temperament, der Diesel mit Sparsamkeit. Allerdings ist lediglich ein Selbstzünder zu haben, ein 2,2-Liter-Motor mit 103 kW/140 PS. Auf Benzinerseite kann immerhin unter zwei Motoren gewählt werden: einem 2,0-Liter-Motor mit 114 kW/155 PS sowie einem recht durstigen 2,4-Liter-Vierzylinder mit 140 kW/190 PS. Auf anderen Märkten gab es zudem einen V6-Benziner und Allradantrieb – auf dem deutschen Gebrauchtmarkt sind jedoch allenfalls einzelne Exemplare zu finden.

Ausstattung und Sicherheit
In bester asiatischer Manier ist der Honda Accord schon in der Basisversion ordentlich ausgestattet. Aufgrund recht fairer Aufpreise wählten viele Käufer zudem einige Posten aus der Optionsliste hinzu, so dass heute viele gut ausgerüstete Modelle zu finden sind. Für Verwirrung sorgen könnten dabei die Honda-typischen Abkürzungen. Das elektronische Stabilitätsprogramm ESP etwa heißt bei den Japanern VSA und war zu Anfang nicht immer an Bord – Kaufinteressenten sollten darauf achten. Ansonsten kann der Accord bei der Sicherheit punkten: Im EuroNCAP-Crashtest gab es vier von fünf Sternen.

Qualität
Machen wir es kurz: Der TÜV liebt den großen Honda. Probleme sind selten, lediglich Elektrik und die Kupplung des kleineren Benziners können vereinzelt für Ärger sorgen. Lenkung und Achsen sind hingegen top, Rost und Probleme mit den Antriebswellen nahezu unbekannt.

Fazit
Der Honda Accord ist deutlich besser als es seine übersichtlichen Verkaufszahlen belegen. Gebrauchtwagenkäufer können bei einem ordentlich gepflegten Modell in der Regel bedenkenlos zugreifen. Die Preise starten bei rund 7.000 Euro.

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