Geben und nehmen: Politik und Wissenschaft stärken sich gegenseitig

Die Vortragenden und Diskutanten auf dem Podium vereinten dabei die regionale mit der europäischen Perspektive. Für den Wissenschaftsstandort Magdeburg kamen Marco Tullner, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft und Wirtschaft in Sachsen-Anhalt, und Prof. Dr. Eckart Gundelfinger, wissenschaftlicher Direktor am LIN, zu Wort. Die europäische Sichtweise schilderten Andreas Holtel aus der Generaldirektion Forschung und Innovation der Europäischen Kommission und Prof. Monica di Luca als Präsidentin der European Federation of Neuroscience Societies (FENS).

Besonders europaweite Kooperationen und interdisziplinäre Projekte müssen weiterhin von der Politik gefördert werden, darin waren sich die Neurowissenschaftler einig. Eine der wichtigsten Herausforderungen identifizierten sie außerdem in der Kombination von Grundlagenforschung, wie sie am LIN stattfindet, und deren Anwendung. „Das Gehirn spielt bei vielen Krankheiten eine zentrale Rolle. Wenn wir Therapiemöglichkeiten dafür finden wollen, dann müssen wir zunächst verstehen, welche Prozesse im Gehirn ablaufen“, so Gundelfinger.

Im Zusammenhang mit dem demografischen Wandel betonten die Forscher insbesondere das Thema „Gesundes Altern“, das auch in einem Leibniz-Forschungsverbund untersucht wird. Di Luca und Gundelfinger stimmten überein: „Die Herausforderung besteht für uns Wissenschaftler darin, neurobiologische Dysfunktionen zu beheben und den Menschen ein längeres, gesundes Leben zu ermöglichen.“

Um ihre Forschungsarbeiten voranzutreiben, nimmt das LIN eine Vorreiterrolle ein, indem die Neurowissenschaftler auf eine Kombination aus finanziellen Mitteln der Forschungs- und Strukturförderung der EU setzen. Das Land Sachsen-Anhalt bekennt sich zudem gemäß des europäischen Konzepts der „Smart Specialisation“ zu den Neurowissenschaften als erklärtem Wissenschaftsschwerpunkt.

Das Leibniz-Institut für Neurobiologie (LIN) in Magdeburg ist ein Zentrum für Lern- und Gedächtnisforschung.

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