Impfschutz vor Gebärmutterhalskrebs: Impfen kann wirksam vorbeugen

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Gebärmutterhalskrebs ist nach Brustkrebs weltweit die zweithäufigste Krebserkrankung, von der Frauen betroffen sind. Gebärmutterhalskrebs wird von Humanen Papillomviren (HPV) ausgelöst. Die so genannten Hochrisiko-Typen 16 und 18 sind für rund 70 Prozent aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich. 8 von 10 Frauen infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit HP-Viren. Es gibt eine Impfung, die vor den Infektionen mit bestimmten Humanen Papillomviren (HPV) schützen kann, die zu Gebärmutterhalskrebs und seinen Vorstufen führen können. Doch wie funktioniert diese Impfung und wann ist der beste Zeitpunkt für eine Impfung? Dazu wurden bei unserer Expertentelefonaktion viele Fragen gestellt.

Am Telefon saßen:

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  • Dr. med. Burkhard Ruppert, Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde in Berlin, Spezialist unter anderem im Bereich Impfungen sowie Jugendmedizin.
  • Dr. med. Gunther Gosch, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin in Magdeburg, spezialisiert unter anderem auf den Gebieten Infektiologie und Impfmedizin.
  • Dr. med. Friederike Gieseking, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, Oberärztin am Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf, Zentrum für Frauen-, Kinder- und Jugendmedizin, Klinik und Poliklinik für Gynäkologie, Leiterin der Dysplasiesprechstunde.
  • Dr. med. Ina Ilkhanipur, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe in Gernsbach, Expertin für Kinder- und Jugendgynäkologie.

HP-Viren können Erkrankungen im Genitalbereich hervorrufen
„Humane Papillomviren, kurz HPV, gehören zu einer großen Virengruppe. Die meisten von ihnen sind nicht gefährlich, doch einige können Erkrankungen im Genitalbereich hervorrufen“, erklärt Dr. med. Friederike Gieseking. Dazu gehören Krebserkrankungen wie zum Beispiel Gebärmutterhalskrebs, aber auch Genitalwarzen. „Die Viren werden durch Haut- bzw. Schleimhautkontakt beim Petting oder beim Geschlechtsverkehr übertragen“, sagt Dr. med. Burkhard Ruppert. „Ein Kondom kann die Übertragung nicht sicher verhindern.“ Die Experten empfehlen als bestmöglichen Schutz vor den so genannten Hochrisiko-HPV-Typen 16 und 18, die für rund 70 Prozent aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich sind, die HPV- Impfung. Es gibt zwei Impfstoffe, einer kann zusätzlich vor den HPV-Typen 6 und 11, die 90 Prozent aller Genitalwarzen verursachen, schützen.

Auch nach sexuellen Kontakten ist Impfen sinnvoll
„Um einen bestmöglichen Impfschutz zu erreichen, sollten insgesamt drei Einzelimpfungen gegeben werden. Der Impfstoff wird in den Oberarmmuskel gespritzt“, erklärt Dr. med. Ina Ilkhanipur. Wie bei allen Impfungen können Hautreaktionen an der Einstichstelle und eine vorübergehende Temperaturerhöhung als Reaktion des Immunsystems auf die Impfung beobachtet werden. Idealerweise erfolgt die Impfung vor den ersten sexuellen Kontakten – doch macht die Impfung laut Dr. Ina Ilkhanipur auch bei Frauen Sinn, die schon Geschlechtsverkehr hatten: „Nicht zwingend steckt man sich dabei mit HP-Viren an, und wenn, dann auch nicht mit allen HPV-Typen, vor denen die Impfung schützen kann“, so die Ärztin. Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) empfiehlt seit 2007 die HPV-Impfung als Standardimpfung gegen die HPV-Typen 16 und 18 für Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren. Doch auch bei Frauen ab 18 Jahren werden die Kosten der Impfung von immer mehr Krankenkassen übernommen.

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Studien beweisen Wirksamkeit über viele Jahre
Ergebnisse einer Langzeitstudie aus Skandinavien zeigen, dass der Schutz durch die Impfung über viele Jahre wirkt: Dort waren junge Frauen im Rahmen der Zulassungsstudie bereits 2003 mit dem tetravalenten, das heißt gegen vier HPV-Typen gerichteten, Impfstoff geimpft worden. Auch nach sieben Jahren entwickelten die jungen Frauen keine HPV- 6, 11, 16 und 18 assoziierten Erkrankungen oder behandlungsbedürftige Krebsvorstufen. Dennoch ersetzt die HPV Impfung nicht die regelmäßige Krebsfrüherkennungsuntersuchung beim Frauenarzt, wie Dr. med. Friederike Gieseking betont: „Hierbei wird auch ein Abstrich vom Gebärmutterhals (so genannter Pap-Test) gemacht, um krankhafte Veränderungen am Gebärmutterhals frühzeitig zu erkennen.“


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