Gebärmutterhalskrebs – neue Version der S3-Leitlinie Zervixkarzinom

Gebärmutterhalskrebs

Der Gebärmutterhalskrebs hat in den vergangenen Jahrzehnten in seiner Inzidenz abgenommen, vor allem bedingt durch das 1971 eingeführte Krebsfrüherkennungsprogramm. Die Reduktion der Inzidenz hat jedoch nicht dazu geführt, dass die Mortalität der Patientinnen mit Zervixkarzinom abgenommen hat. Hinzu kommt: Die Therapie der Patientinnen ist weiterhin ausgesprochen heterogen. Die jetzt aktualisierte S3-Leitlinie soll den onkologisch tätigen Ärzt*innen eine akzeptierte, möglichst evidenzbasierte Entscheidungshilfe für geeignete Maßnahmen zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge der Patientinnen mit Zervixkarzinom an die Hand geben.

 

Gebärmutterhalskrebs – Update operative Therapien

Bei den operativen Therapien gibt es mehrere Studien, die gezeigt haben, dass die offene radikale Hysterektomie bessere Überlebenschancen bietet. Ist die Erkrankung auf die Gebärmutter begrenzt, ohne Nachweis von Lymphknotenmetastasen, wird die Gebärmutter meist vollständig entfernt. „In den vergangenen 20 Jahren haben sich vielfältige Operationstechniken etabliert. Neue Studiendaten belegen aber, dass bei der radikalen Hysterektomie – also der vollständigen Entfernung des Organs – das offene Operationsverfahren bei bestimmten Patientinnengruppen gegenüber laparoskopischen Verfahren eindeutig Vorteile für das Gesamtüberleben hat“, sagt Fehm.

 

Update Radiochemotherapie

Bei der Strahlentherapie wird in der überarbeiteten Leitlinie die Radiochemotherapie als der Standard weiter definiert. Nochmals betont wurden die Daten zur intensitätsmodulierten Radiotherapie und die individualisierte MRT-gestützte Brachytherapie, beziehungsweise die image-guided adaptive Brachytherapie. Diese Techniken sind ein obligater Bestandteil der Behandlung der Zervixkarzinompatientinnen und sollte im Rahmen von umfassender Planung an einem Behandlungsort durchgeführt werden.

 

Update Rezidiv- und Metastasierungssituation

In der Rezidiv- und Metastasierungssituation sind sowohl was die Bildgebung, wie aber auch die medikamentöse Therapie anbelangt, mehrere Studien zu Bevacizumab und Pembrolizumab durchgeführt worden und in der Leitlinie mit konkreten Empfehlungen berücksichtigt.

„Neben den klinischen Informationen zeigt sich darüber hinaus, dass eine Konsolidierung der Qualitätsindikatoren stattgefunden hat. So konnte der Bericht der Zertifizierungskommission Gynäkologische Krebszentren des Jahres 2020, basierend auf den Daten des Jahres 2019, zeigen, dass die Zahl der Zentren deutlich angestiegen ist (mehr als 150 in Deutschland) und dass für viele der Qualitätsindikatoren, die die Grundlage der Zertifizierung darstellen, über die Jahre hinweg immer bessere Ergebnisse erreicht werden konnten“, erklärt Beckmann.

Die aktuelle Version der Leitlinie soll die Grundlagen für handlungsrelevante ärztliche Entscheidungsprozesse auch vor dem Hintergrund des Konzepts des „Shared-Decision-Making“ liefern. Das Modell zielt auf eine partnerschaftliche Arzt-PatientIn-Beziehung, die gekennzeichnet ist durch einen gemeinsamen Entscheidungsfindungsprozess.

An der Erstellung der S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Zervixkarzinoms waren insgesamt 41 Fachgesellschaften und Organisationen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz beteiligt. Die Leitlinie ist auf dieser Webseite kostenfrei abrufbar: https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/zervixkarzinom/

Zudem sind die Inhalte in der kostenfreien Leitlinien-App integriert. Android-Smartphone- und iPhone-Nutzer können die Leitlinien-App hier herunterladen: https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/app/

 

Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V.

Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V. (DGGG) ist eine der großen wissenschaftlichen Fachgesellschaften in Deutschland. Sie hat sich der Stärkung der Fachgebiete der Frauenheilkunde und Geburtshilfe verschrieben und fördert das gesamte Fach und seine Subdisziplinen, um die Einheit des Faches Frauenheilkunde und Geburtshilfe weiter zu entwickeln. Als medizinische Fachgesellschaft engagiert sich die DGGG fortwährend für die Gesundheit von Frauen und vertritt die gesundheitlichen Bedürfnisse der Frau auch in diversen politischen Gremien. Mehr unter https://www.dggg.de/

 

Das Leitlinienprogramm Onkologie

Leitlinien sind systematisch entwickelte Entscheidungshilfen für Leistungserbringer und PatientInnen zur angemessenen Vorgehensweise bei speziellen Gesundheitsproblemen. Sie stellen ein wesentliches Instrument zur Förderung von Qualität und Transparenz medizinischer Versorgung dar. Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), die Deutsche Krebsgesellschaft e. V. und die Deutsche Krebshilfe haben sich mit dem im Februar 2008 gestarteten Leitlinienprogramm Onkologie das Ziel gesetzt, gemeinsam die Entwicklung und Fortschreibung sowie den Einsatz wissenschaftlich begründeter und praktikabler Leitlinien in der Onkologie zu fördern und zu unterstützen. Mittlerweile umfasst das Leitlinienprogramm 28 S3-Leitlinien, die zu einem großen Teil auch als laienverständliche Patientenleitlinien vorliegen. Mehr unter: https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/home/

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Pressekontakt Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V.
Sara Schönborn I Heiko Hohenhaus I Katja Mader
Repräsentanz der DGGG und Fachgesellschaften
Jägerstraße 58-60
10117 Berlin
Tel.: 030-514 88 3333
E-Mail: presse@dggg.de

Pressekontakt Deutsche Krebsgesellschaft e. V.
Dr. Katrin Mugele
Tel: 030 3229329-60
presse@krebsgesellschaft.de

Angelina Gromes
Tel: 030 3229329-82
presse@krebsgesellschaft.de


Bessere Heilungschancen bei Gebärmutterhalskrebs

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