Ganzheitlicher Ansatz bei der Ästhetischen Dermatologie

München, 18. Juli 2016 – Das Verständnis um den komplexen Alterungsprozess des menschlichen Gesichts hat sich in den letzten Jahren zunehmend vertieft. Anstelle der Behandlung einzelner Falten steht heutzutage ein ganzheitlicher Behandlungsaspekt im Vordergrund. Eine Vielzahl von unterschiedlichsten Methoden steht zur Verbesserung von Mimikfalten, Volumenmangel und der Hautstruktur zur Verfügung. Vorgestellt und diskutiert werden die Themen bei der 25. Fortbildungswoche für praktische Dermatologie und Venerologie vom 23.-29. Juli 2016 im Münchner Kongresszentrum ICM.

Während früher in erster Linie die Glabellaregion, Stirnregion und die periorbitalen Falten mit Botulinum behandelt wurden, wird Botulinum inzwischen auch zur Verbesserung von Nasenfalten („bunny lines“), Oberlippenfalten, „Wangenknitterfältchen“, Kinnfalten oder Platysmafalten eingesetzt. Injizierbare Füllsubstanzen (Filler) werden neben der Augmentation einzelner, nicht durch Mimik hervorgerufener Falten (Nasolabialfalte, Marionettenfalten) auch zur Neudefinierung des Gesichtsvolumens und zur Konturierung eingesetzt. Die unterschiedlichen Filler unterscheiden sich z.T. stark in Ursprung, Dauer des Effekts und Abbauverhalten. Je nach verwendetem Material können Injektionstiefe und Risikoprofil zum Teil deutlich variieren.

„Ein Revival erlebt das sogenannte Fadenlifting. Hierbei werden in lokaler Anästhesie – heutzutage vornehmlich – resorbierbare Fäden aus verschiedenen Materialien im Bereich des subkutanen Fettgewebes oder der Dermis eingebracht, wodurch die Haut gestützt und angehoben wird“, sagt Privatdozent Dr. Gerd Gauglitz von der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU). Je nach Material stehen entweder vorrangig die Stimulation von Fibroblasten zur Kollagenproduktion entlang des Fadens im Vordergrund und/oder der vielbeworbene Liftingeffekt.

Für ähnliche Indikationen kann alternativ der fokussierte Ultraschall eingesetzt werden. Dieser erzeugt zielgenau eine ausreichende Hitze, die zu einer durchaus überzeugenden Hautstraffung führt. Im Rahmen des Alterungsprozesses entstandene aktinische Veränderungen, Äderchen und Pigmentunregelmäßigkeiten lassen sich mit unterschiedlichen Lasern (Er:YAG, Farbstoff, QS-Rubin Laser, Picosekundenlaser) oder mittels Blitzlampe (IPL) behandeln. „Zur Verbesserung der Hautqualität stehen uns neben Peelings, Radiofrequenz und dem ´Medical Needling´ verschiedene Lasersysteme mit unterschiedlichen Wellenlängen zur Verfügung“, erklärt Gauglitz. Hierbei kommen zunehmend fraktionierte Laser im nicht-ablativen bzw. ablativen Bereich zum Einsatz. Durch die Aufteilung des Laserstrahls in viele tausend einzelne Bereiche entstehen tausende mikrothermale Behandlungszonen. Umgeben sind diese stets von gesundem Gewebe, was zu einer schnelleren Heilung führt und – verglichen mit konventionellen ablativen Lasern – deutlich kürzere Ausfallzeiten ermöglicht. Die gezielten Gewebsschädigungen stimulieren die Bildung von neuen Kollagenfasern und die geschädigten Zellen werden abgestoßen. Diese relativ neue Technologie ermöglicht erstmals auch vielversprechende Behandlungsmöglichkeiten für Dehnungsstreifen und Ritznarben.

Im Bereich der Narbentherapie etabliert sich der fraktionierte CO2-Laser zunehmend als Goldstandard für die Behandlung von hypertrophen (Verbrennungs-) Narben und wird dementsprechend in den aktuellen internationalen Narbenleitlinien beworben. Ähnliches gilt für intraläsional appliziertes 5-Fluorouracil (evtl. in Kombination mit Kortikosteroiden), welches nun v.a. bei Therapie-resistenten Keloiden an Bedeutung gewinnt.
„Insgesamt zeichnet sich im ästhetischen Bereich als auch bei den Narbenbehandlungen ein deutlicher Trend zu Kombinationsbehandlungen ab“, fasst Gerd Gauglitz die Thematik zusammen. „Auch in Deutschland setzt sich der Trend zu Verfahren im Bereich des ´body contourings´ zunehmend durch. Neben dem schon bekannten Verfahren der Kryolipolyse werden aktuell verschiedene Verfahren (Diode, Ultraschall und Radiofrequenz) in Hinblick auf ihre Effektivität untersucht oder weiter etabliert.“

Fortbildungswoche für praktische Dermatologie und Venerologie
Seit 1951 gibt es die Fortbildungswoche für praktische Dermatologie und Venerologie in München, initiiert von der Klinik und Poliklinik für Allergologie und Dermatologie der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU). Seit Jahrzehnten wird sie alle zwei Jahre mit großem Erfolg durchgeführt, in diesem Jahr von 23. bis 29. Juli. Wie schon im Jahr 2014 werden auch diesmal mehr als 4.000 Teilnehmer aus dem In- und Ausland erwartet, hauptsächlich aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Insgesamt sind über 20 Nationen vertreten. Tagungsleiter ist Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Thomas Ruzicka, Direktor der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie der LMU.
Die Besucher erwartet ein umfassendes Programm: 18 Plenarsitzungen, 48 Kurse und Workshops, 57 Mittagsseminare und Satellitensymposien sind angesetzt. Dazu kommen noch ca. 150 Aussteller auf über 2.800 Quadratmetern Ausstellungsfläche. Die wissenschaftliche Leitung haben neben Prof. Dr. Ruzicka Frau Prof. Dr. Carola Berking, Prof. Dr. Jörg Prinz und Prof. Dr. Peter Thomas, alle Mitarbeiter der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie der LMU. Unterstützt werden sie von der Interplan Fortbildungswoche GmbH.
Weitere Informationen im sind im Internet unter www.fortbildungswoche.de verfügbar.

Kontakt
Priv.-Doz. Dr. med. Gerd Gauglitz, MMS (HFA)
Oberarzt, Leiter Abt. für Ästhetische Dermatologie und Lasermedizin
Klinik für Dermatologie und Allergologie der
Ludwig-Maximilians-Universität München
Frauenlobstraße 9-11, 80337 München
Tel: +49 (0)89/4400-56001 (Sekretariat) bis 21. Juli 2016
Während der Fortbildungswoche: +49 (0)89/949 79 300

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