Funktionsweise des Gehirns verstehen – Internationale Bernstein Konferenz in Berlin

Freiburg/ Berlin, 17. September 2018

Um Vorgänge in unserem Gehirn, einem der komplexesten Systeme der Natur, zu verstehen, sind Computer mittlerweile unverzichtbar. Erst mit ihrer Hilfe wird es möglich die Flut an elektrischen Signalen, die das Gehirn ständig verarbeitet, in Ansätzen nachzuempfinden. ForscherInnen nutzen mathematische Modelle und Computersimulationen, um die Funktionsweise des Gehirns zu untersuchen und zu verstehen; denn wie die Zusammenarbeit verschiedener Teile des Gehirns funktioniert ist bis heute ein ungelöstes Rätsel.

Die alljährlich in Deutschland stattfindende Bernstein Konferenz bietet europaweit eine der wichtigsten Möglichkeiten zum internationalen wissenschaftlichen Austausch auf dem Gebiet der Computational Neuroscience. Ob Physik, Biologie, Chemie oder Computerwissenschaften: Über Disziplingrenzen hinaus zu denken und zu forschen, ist das große Plus der jungen Forschungsdisziplin. Gesellschaftlich relevante Themen der Neurowissenschaften und Fragen der künstlichen Intelligenz oder Big Data sind hier ebenso präsent wie das Erforschen jener Grundlagen, die dazu beitragen der Funktionalität des Gehirns auf die Spur zu kommen.
Prof. Dr. Susanne Schreiber, wissenschaftliche Organisatorin der Konferenz, sieht den Schwerpunkt hier: „Wir sind Neurowissenschaftler, die versuchen mittels mathematischer Methoden der Funktionsweise des Gehirns auf die Spur zu kommen.“: Sie freut sich, dass so viele renommierte internationale ForscherInnen dem Ruf nach Berlin gefolgt sind.
Prof. Dr. Andreas Herz, Veranstalter der Konferenz, sieht das zentral Verbindende der Computational Neuroscience in „der gemeinsamen wissenschaftlichen Sprache, die den interdisziplinären Austausch über viele Fächergrenzen hinweg erlaubt – von der Biophysik und Theorie dynamischer Systeme bis zur Medizin und biotechnologischen Anwendung.“
Einer der wissenschaftlichen Höhepunkte der diesjährigen Bernstein Konferenz ist die Verleihung des Valentino Braitenberg Award for Computational Neuroscience 2018 am 26. September um 15:00 Uhr an Prof. Dr. Wulfram Gerstner (École Polytechnique Fédérale de Lausanne). Der von der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol gestiftete Preis wird alle zwei Jahre vergeben und ehrt herausragende ForscherInnen, die entscheidend zur Weiterentwicklung der Computational Neuroscience beigetragen haben. Wulfram Gerstner arbeitet vor allem an sogenannten puls-gekoppelten neuronalen Netzwerken, in denen einzelne Elemente, ähnlich wie in echten biologischen Systemen, mittels kurzer Pulse miteinander kommunizieren. Im Anschluss an die Preisverleihung wird Gerstner einen Vortrag über neue Ergebnisse seiner Forschung halten.

Öffentliche Events

Vom 25. bis zum 28. September wird das öffentliche interdisziplinäre Kunstprojekt „Auf dem (Bild)schirm: Computational Neuroscience im Blickwinkel der Kunst“ im Hauptgebäude der Technischen Universität Berlin gezeigt. Es zeigt die neue Arbeit FOLDINGS des Berliner Künstlers Yutaka Makino und ädt dazu ein, die eigene Wahrnehmung herauszufordern. Das im Rahmen einer „Science and Society Session“ gezeigte Kunstprojekt wird die gewohnte räumliche Wahrnehmung der Besucher vorübergehend verzerren, damit Verhaltensroutinen und Wahrnehmungsgedächtnis bewusst (wieder)entdeckt werden können.

Ergänzt wird das Kunstprojekt durch eine öffentliche Podiumsdiskussion zum Thema „Insights in Art and Science: Exploring the Boundaries“ am Abend des 26. September. Der Künstler und der wissenschaftliche Partner für das Projekt werden zusammen mit zwei weiteren renommierten ExpertInnen – sowohl aus der Kunst als auch der Wissenschaft – ihre jeweilige Sichtweise zum Thema erörtern. Diskussionssprache ist Englisch.

Das Gesamtprojekt wird von der Schering Stiftung und dem Bernstein Netzwerk Computational Neuroscience unterstützt. Die Teilnahme an der Science and Society Session sowie an der Podiumsdiskussion sind kostenfrei.

Die Termine in Kürze

Für Journalisten
♣ Offizielle Eröffnung: Mittwoch, 26. September, 14:00 Uhr im Hörsaal H0104 der Technischen Universität Berlin, Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin
♣ Verleihung des Valentino Braitenberg Awards an Prof. Dr. Wulfram Gerstner (École Polytechnique Fédérale de Lausanne) mit anschließendem Vortrag des Preisträgers:
Mittwoch, 26. September, 15:00 Uhr im Hörsaal H0104 der Technischen Universität Berlin, Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin

Für Journalisten und die allgemeine Öffentlichkeit
♣ Science and Society Session mit der Arbeit FOLDINGS von Yutaka Makino im Rahmen des interdisziplinären Kunstprojekts „Auf dem (Bild)schirm: Computational Neuroscience im Blickwinkel der Kunst“
o Hauptgebäude der Technischen Universität Berlin, Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin
o Öffnungszeiten der Ausstellung:
Dienstag, 25.09. 15:00 bis 18:00
Mittwoch, 26.09. 11:00 bis 19:00
Donnerstag, 27.09. 11:00 bis 19:00
Freitag, 28.09. 11:00 bis 16:00
o Gefördert von der Schering Stiftung zusammen mit dem Bernstein Netzwerk

♣ Podiumsdiskussion zum Thema „Insights in Art and Science: Exploring the Boundaries“.
o Mittwoch, 26. September, 20:00 Uhr in Raum 3005 der Technischen Universität Berlin, Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin
o Diskussionssprache ist Englisch.

Pressepass

VertreterInnen der Presse sind herzlich zur gesamten Konferenz eingeladen. Bitte registrieren Sie sich am Informationsschalter mit Ihrem Presseausweis.

Die Bernstein Konferenz

Die Bernstein Konferenz ist die Jahrestagung des Bernstein Netzwerk Computational Neuroscience. Die mittlerweile größte jährlich stattfindende Konferenz auf diesem Gebiet in Europa zieht Fachpublikum aus der ganzen Welt an und wird in den kommenden drei Jahren in Berlin stattfinden.

Bernstein Netzwerk Computational Neuroscience

Das Bernstein Netzwerk ist ein Forschungsverbund im Bereich der Computational Neuroscience; dieses Gebiet verbindet experimentelle neurowissenschaftliche Ansätze mit theoretischen Modellen und Computersimulationen. Das Netzwerk geht auf eine Förderinitiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) zurück und wurde 2004 mit dem Ziel gegründet, Kapazitäten im Bereich der Computational Neuroscience weiterzuentwickeln und den Transfer von theoretischen Erkenntnissen hin zu klinischen und technischen Anwendungen voranzubringen. Das Netzwerk ist nach dem deutschen Physiologen und Biophysiker Julius Bernstein (1839-1917) benannt und bestand nach zehnjähriger Förderung durch das BMBF aus mehr als 200 Arbeitsgruppen. Seit 2016 ist das Fortbestehen des Netzwerks durch die Trägerschaft des gemeinnützigen Vereins Bernstein Netzwerk Computational Neuroscience e.V. gewährleistet.

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