„Für unsere Patienten besteht keinerlei Risiko“

Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) wehrt sich gegen eine Darstellung des Nachrichtenmagazins „Stern“, das auf seinem Onlineportal behauptet, die Lüftungsanlage werde zum Risiko für Patienten. Dem entgegnete MHH-Präsident Professor Dr. Christopher Baum: „Für unsere Patienten besteht keinerlei Risiko.“ In dem Bericht geht es um den Zustand von Brandschutzklappen und der dreistufigen raumlufttechnischen Anlagen in den OP-Bereichen zweier Blöcke im Gebäude K5 und im Gebäude K2.

Das Magazin wirft der MHH vor, die Anlagen schlecht gewartet und eine zu geringe Ausstattung zu haben. Professor Dr. Benno Ure, stellvertretender ärztlicher Direktor der MHH, weist die Anschuldigungen zurück: „Die Anlagen werden engmaschig gewartet. Der Brandschutz ist gewährleistet und entspricht jedweder gesetzlicher Vorgabe. Das gilt auch für die raumlufttechnischen Anlagen.“ In dem betreffenden Block im Gebäude K5 sind sechs OP-Säle untergebracht, im Gebäude K2 ist es ein Operationssaal.

„Die raumlufttechnischen Anlagen in den OP-Bereichen werden regelmäßig entsprechend der VDI-Richtlinie 6022 durch das akkreditierte Labor der Krankenhaushygiene der MHH hygienisch-mikrobiologisch untersucht. „Die seit dem Jahr 2011 insgesamt 70 durchgeführten Untersuchungen in den beiden Bereichen ergaben Werte konform mit der DIN-Richtlinie den Mikrobiologischen Qualitätsstandards“, sagt Professorin Dr. Iris Chaberny, Leiterin der MHH-Krankenhaushygiene. „Eine Gefährdung von Patienten oder ein erhöhtes Risiko hat es zu keinem Zeitpunkt gegeben.“

Der Bericht des „Stern“ bezieht sich auf TÜV-Berichte aus dem Jahr 2009/2010. Darin waren auch Probleme an den Brandschutzkappen bemängelt worden. Die MHH hatte bereits 2002/2003 ein brandschutztechnisches Gutachten „Brandschutztechnische Bestandsaufnahme mit der Abschätzung der Risiken und Verbesserung des Brandschutzes durch Früherkennung“ für die Gesamtliegenschaft der MHH fertig gestellt. Als Ergebnis wurde festgestellt, dass in Teilbereichen vorhandene bauliche Brandschutzmängel durch eine flächendeckende Brandmeldeanlage kompensiert werden können. Die Arbeiten sind in den Gebäuden abgeschlossen. Im Rahmen dieser Maßnahme wurden unter anderem die raumlufttechnischen Anlagen der Zu- und Abluft im Gebäude K5, Block 3, mit Kanalrauchmeldern ausgestattet, die auf die Brandmeldeanlage aufgeschaltet sind.

Zudem stehen die angesprochenen Bereiche kurz vor der Sanierung. Die MHH betreibt eine Vielzahl von Gebäuden mit zum Teil sehr komplexen technischen Anlagen an ihrem Standort. Im Rahmen der geplanten Instandhaltungsstrategie werden fortlaufend Sanierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen an den Gebäuden und technischen Anlagen durchgeführt. Als Einrichtung des Landes Niedersachsen ist die Hochschule verpflichtet, größere Projekte beim Ministerium für Wissenschaft und Kultur anzumelden.

Für das Bauvorhaben „OP-Sanierung Block 3, Gebäude K 5“, das die raumlufttechnische Anlage (RLT) umfasst, wurde beim Ministerium für Wissenschaft und Kultur eine Bauanmeldung mit Datum November 2012 gestellt. Die Maßnahme wurde im August 2013 vom Land genehmigt. Der Planungsprozess mit dem Ziel der schnellstmöglichen Umsetzung ist gestartet. Die Maßnahme „Austausch RLT-OP-Anlage, Gebäude K2“ wurde beim Ministerium für Wissenschaft und Kultur mit Datum Oktober 2012 angemeldet. Die Maßnahme wurde im Dezember 2012 vom Land genehmigt. Im Jahr 2013 erfolgte die Planung dieser Maßnahme, die im Jahre 2014 ungesetzt wird.

Seit dem Jahr 2010 wurden präventiv die Inspektionsgänge für die Bereiche RLT-OP-Anlage, Gebäude K2, und RLT-OP-Anlage Block 3, Gebäude K 5, auf einen sechswöchigen Rhythmus verkürzt sowie die Wartungsintervalle auf halbjährlich. Die RLT-Anlagen werden zudem im Rahmen der wiederkehrenden Prüfung entsprechend den baurechtlichen Vorgaben im Rhythmus von drei Jahren durch zertifizierte Prüforganisationen/Sachverständige überwacht. Die RLT-Anlage im Gebäude K5 wurde zuletzt im April 2013 geprüft, die RLT-Anlage im Gebäude K2 im April 2012.

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