Führend in minimal-invasiver Chirurgie

Rund 40 Prozent aller Operationen an der Universitätsklinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie Heidelberg werden minimal-invasiv, mittels der sogenannten Schlüsselloch-Chirurgie, durchgeführt – vom Eingriff an der Galle bis hin zu sehr komplexen Tumoroperationen an Speiseröhre und Bauchspeicheldrüse. Diese Expertise überzeugte die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV): Nach eingehender Überprüfung u.a. des Behandlungsspektrums, der Behandlungsqualität, Erfahrung des Ärzteteams und technischer Ausstattung hat sie die Klinik nun als „Exzellenzzentrum Minimal Invasive Chirurgie“ anerkannt – zusammen mit den Kooperationspartnern im Krankenhaus Salem sowie der GRN-Klinik Sinsheim, deren chirurgische Abteilungen unter der ärztlichen Leitung von Professor Markus W. Büchler, Geschäftsführender Direktor der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg, stehen. Zusammen decken die Abteilungen das komplette Spektrum der minimal-invasiven Chirurgie (MIC) ab. Wichtigste Kriterien für die Zertifizierung waren neben einer Mindestzahl an verschiedenen, teils sehr komplexen Eingriffen hohe Qualitätsstandards, ein umfassendes Weiterbildungsangebot in einem speziellen Trainingszentrum sowie herausragende Forschung unter anderem im Rahmen großer Studien.

Die Anerkennung als Exzellenzzentrum ist nach dem Kompetenz- und Referenzzentrum die dritte und höchste Zertifizierungsstufe der DGAV, sie ist den auf diesem Gebiet führenden und größten Einrichtungen vorbehalten. Deutschlandweit gibt es bisher drei: Neben Heidelberg sind dies das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Standort Lübeck, und das Krankenhaus Köln-Merheim – Klinikum der Universität Witten/Herdecke.

Auch große Krebsoperationen an Speiseröhre, Magen, Bauchspeicheldrüse und Leber durch kleine Zugänge möglich

Bei der MIC wird mit Hilfe spezieller Instrumente über kleine Zugänge im Bauchraum operiert und auf große Bauchschnitte verzichtet. Für die Patienten ergeben sich im Vergleich zur offen-chirurgischen Methode viele Vorteile: Der Blutverlust während der Operation ist gering. Die Patienten haben weniger Schmerzen, erholen sich oft schneller und können so früher nach Hause. Wundinfektionen und Narbenbrüche entstehen seltener. Ob das minimal-invasive Verfahren im Einzelfall zum Einsatz kommt, hängt vom jeweiligen Patienten und seiner Erkrankung, aber auch von der Erfahrung des Operateurs ab.

„In den meisten Teilbereichen der Chirurgie geht der Trend inzwischen zu den weniger belastenden, minimal-invasiven Verfahren. In entsprechend spezialisierten Zentren wie dem Universitätsklinikum Heidelberg und seinen Kooperationspartnern werden bestimmte Operationen heute fast ausschließlich minimal-invasiv durchgeführt“, erklärt Professor Dr. Beat Müller, Leiter der Sektion Minimal Invasive und Adipositaschirurgie an der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg. Dazu zählen neben Eingriffen an der Galle oder bei der Refluxkrankheit der Speiseröhre, Blinddarmentfernungen, Leistenbruchoperationen, Magenverkleinerungen und Magenbypassoperationen bei extremem Übergewicht (Adipositas). „In Zukunft wird die minimal-invasive Chirurgie auch bei bösartigen Erkrankungen wie dem Speiseröhrenkrebs, dem Bauchspeicheldrüsenkrebs sowie dem Dick- und Mastdarmkrebs erheblich an Bedeutung gewinnen. Prinzipiell können wir bereits beinahe jeden Tumor laparoskopisch operieren, solange er noch nicht gestreut hat“, so Müller.

Dafür stehen dem Team um Professor Müller eigens ausgestattete, hochmoderne Operationssäle zur Verfügung sowie eines der deutschlandweit am besten ausgestatteten Trainingszentren mit Computersimulator. „Diese Eingriffe sind höchst anspruchsvoll, das ganze Team muss speziell dafür ausgebildet werden“, erklärt Müller. Auch Studierende können hier erste Erfahrungen mit den Instrumenten sammeln. Kurse zu speziellen Techniken werden externen Kollegen angeboten.

Sieben der zehn wichtigsten Forschungsthemen auf der Agenda

Das Team der Sektion Minimal-invasive Chirurgie ist zudem wissenschaftlich höchst erfolgreich aktiv, was zahlreiche Veröffentlichungen in hochrangigen Fachmagazinen belegen. In mehreren Studien und Forschungsprojekten widmen sich die Heidelberger sieben der aktuell zehn wichtigsten Themen dieses Fachbereichs, die vor kurzem von der European Association of Endoscopic Surgeons (EAES) im Rahmen eines Rankings ermittelt wurden: Dazu gehören Sicherstellung einer einheitlichen und verbindlichen Trainingsqualität, integrative Nutzung neuer Technologien im OP, nachhaltige Therapien bei anhaltendem Sodbrennen, effektiver, minimal-invasiver Verschluss bei Zwerchfellbrüchen, optimales Vorgehen in der Adipositas- und Diabeteschirurgie sowie die Untersuchung ihrer Wirkmechanismen.

Kontakt:
Prof. Dr. med. Beat Müller
Sektion Minimal Invasive und Adipositaschirurgie
Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg
Tel.: 06221 56-4828
E-Mail: beat.mueller@med.uni-heidelberg.de

Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang
Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 12.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit ca. 1.900 Betten werden jährlich rund 66.000 Patienten voll- bzw. teilstationär und mehr als 1.000.000 mal Patienten ambulant behandelt. Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit studieren ca. 3.700 angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg.

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