Frühwarnsystem vermeidet Folgeschäden

(djd). Auch bei Fertighäusern und beim Bauen mit standardisierten Elementen sollten Bauherren sich bewusst sein, dass jedes neu errichtete Haus eine Einzelanfertigung bleibt. Unterschiedliche Grundstücksvoraussetzungen sind zu beachten, und wo immer verschiedene Menschen und Gewerke zusammenspielen, sind Fehler nicht restlos auszuschließen. Manche davon sind unbedenklich, andere optisch störend, manche bringen funktionale Störungen mit sich, unter Umständen können unerkannte Baumängel aber auch zu teuren Folgeschäden führen.

Baumängel können Fördervoraussetzungen kippen

Als unbedenklich einzustufen sind Mängel wie beispielsweise der zu geringe Einsatz von Fliesenkleber. Wenn die Fliesen im Bad dennoch auf Dauer haften, entstehen dem Bauherren weder negative Folgen noch Kosten für die Behebung. Optische Mängel sind vor allem ärgerlich. Haben zum Beispiel die Badkeramiken nicht die gewünschte Farbe, schränkt das ihre Funktion nicht ein, der Bauherr bekommt aber nicht das Ergebnis, das er erwartet hat. „Als deutlich bedenklicher anzusehen sind funktionale Mängel“, betont Diplom-Ingenieur Architekt Andreas May, Bauherrenberater beim Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB).

Eine um zwei Zentimeter zu dünn ausgelegte Gebäudedämmung etwa kam den Bauherren in einem konkreten Fallbeispiel aus einer aktuellen Studie des BSB in Zusammenarbeit mit dem Institut für Bauforschung zum Thema „Schäden beim energieeffizienten Bauen und Modernisieren“ teuer zu stehen. Zwar ermittelte ein Gutachter jährlich nur etwa 88 Euro Mehrkosten für die Gebäudeheizung, doch erreichte das Gebäude in der Folge nicht den vereinbarten KfW-Standard – ein bereits bewilligter Förderkredit der KfW konnte nicht mehr genutzt werden. Durch finanzielle Zinsmehraufwendungen stieg die finanzielle Mehrbelastung für den Betroffenen um 34.200 Euro an.

Späte Schadensbeseitigung kann teuer werden

Besonders gravierend sind Mängel, die zu Folgeschäden führen. Wasserschäden im Fundament des Hauses etwa ziehen zur Schadenbeseitigung oft aufwendige Erdarbeiten und danach umfangreiche Sanierungen zur Feuchte- und Schimmelbeseitigung nach sich. Die Ursachen reichen von mangelnder Abdichtung gegen drückendes Wasser über Fehler in der Wärmedämmung, die an Wärmebrücken zur Bildung von Kondenswasser führen, bis zu Schäden durch innere Wasserquellen etwa bei Undichtigkeiten in der Installation.

Der Studie des Instituts für Bauforschung zufolge sind Aufwand und Kosten für eine baubegleitende Qualitätskontrolle weitaus geringer als mögliche Folgeschäden. Das „Frühwarnsystem Qualitätskontrolle“ durch einen unabhängigen Bauherrenberater kann Schäden bereits während der Bauphase entdecken. Die Beseitigungskosten betragen dann laut der Studie meist nur einen Bruchteil der Summe, die für Nachbesserungen nach Abschluss der Bauarbeiten fällig würde. Unter http://www.bsb-ev.de gibt es mehr Informationen zum sicheren Bauen und Adressen von unabhängigen Bausachverständigen.

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