Früherkennung Parkinson: Große Studie belegt Bedeutung von Ultraschalluntersuchungen des Gehirns

An der von der Michael J. Fox Foundation unterstützten Studie nahmen mehr als 1800 Menschen im Alter von über 50 Jahren teil. Professor Daniela Berg (Hertie-Institut für klinische Hirnforschung und Neurologische Universitätsklinik Tübingen) untersuchte mit ihren Kollegen über einen Beobachtungszeitraum von drei Jahren verschiedene Auffälligkeiten, wie die Echogenität der Substantia nigra im Ultraschall und mögliche Frühmerkmale, zum Beispiel Veränderungen der Geruchswahrnehmung oder der Stimmung, die auf die spätere Entwicklung einer Parkinson-Erkrankung hindeuten können.

Untersuchungen belegen, dass motorische Verlangsamung und Zittern als diagnose-weisende Symptome einer Parkinson-Erkrankung erst auftreten, wenn mehr als die Hälfte der Nervenzellen, die den Überträgerstoff Dopamin produzieren, im Hirnstamm zu Grunde gegangen sind. Derzeit arbeiten viele Arbeitsgruppen weltweit an therapeutischen Möglichkeiten, die den Verlauf der Erkrankung bessern und Nervenzellen schützen sollen. Dies ist aber nur dann sinnvoll möglich, wenn die Behandlung möglichst früh begonnen wird, im Grunde bevor Störungen der Bewegung auftreten. Um Menschen, bei denen bereits ein Nervenzelluntergang stattfindet, aber noch keine Bewegungsstörung vorliegt, zu identifizieren, wird nach sogenannten „Biomarkern“ gesucht. Das sind Auffälligkeiten, die anzeigen, welche Personen ein erhöhtes Risiko für eine Parkinson-Erkrankung haben oder die den Prozess des Nervenzellunterganges schon früh nachweisen. Bisher gibt es noch keinen Biomarker, der mit Sicherheit aussagen kann, bei wem eine Nervenzellschädigung vorliegt und wer im Laufe der nächsten Jahre Parkinson entwickelt.

Originaltitel der Publikation:
Enlarged Substantia Nigra Hyperechogenicity and Risk for Parkinson Disease

Erschienen in Archives of Neurology: Arch Neurol. 2011;68(7):932-937. doi:10.1001/archneurol.2011.141
Juli 2011

Autoren:
Daniela Berg; Klaus Seppi; Stefanie Behnke; Inga Liepelt; Katherine Schweitzer;
Heike Stockner; Frank Wollenwebe; Alexandra Gaenslen; Philipp Mahlknech; Jo¨rg Spiege;Jana Godau; Heiko Huber; Karin Srulijes; Stefan Kiechl; Marianna Bentele; Arno Gasperi;Teresa Schubert; Teresa Hiry; Mareike Probst; Vera Schneider; Jochen Klenk; Martin Sawires; Johann Willeit; Walter Maetzler; Klaus Fassbender; Thomas Gasser; Werner Poewe

Kontakte:
Universitätsklinikum Tübingen, Zentrum für Neurologie
Hertie-Institut für klinische Hirnforschung (HIH)
Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), Tübingen
Professor Daniela Berg
E-Mail: daniela.berg@uni-tuebingen.de

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Das 1805 gegründete Tübinger Universitätsklinikum gehört zu den führenden Zentren der deutschen Hochschulmedizin und trägt als eines der 32 Universitätsklinika in Deutschland zum erfolgreichen Verbund von Hochleistungsmedizin, Forschung und Lehre bei.

Das Hertie-Institut für klinische Hirnforschung (HIH) am Universitätsklinikum Tübingen gehört in der Parkinson-Forschung zu den weltweit führenden Forschungseinrichtungen.

Die Michael J. Fox Foundation setzt sich für die Entwicklung besserer Behandlungsmöglichkeiten der Parkinson-Erkrankung ein. Langfristiges Ziel ist es, den Verlauf zu verbessern und schließlich die Erkrankung zu heilen. Zu diesem Zweck werden weltweit wissenschaftliche Projekte gefördert. Bislang wurden international mehr als 175 Millionen USD an Fördergeldern in die Forschung investiert

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