Freund oder Feind, Fakt oder Fiktion: das Mikrobiom | Patientenveranstaltung zum Magen-Darm-Tag

„Wir wissen heute, dass viele Erkrankungen, auch solche, bei denen es auf den ersten Blick niemand vermutet, mit der Zusammensetzung der Mikroorganismen im Darm in Verbindung stehen. Diese Erkenntnis beeinflusst unsere Therapieansätze und Präventionsmaßnahmen“, erklärt Professor Dr. Thomas Seufferlein, Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin I und Sprecher des Darmzentrums. „Mit unserer Veranstaltung wollen wir auf die besondere Bedeutung des sogenannten Darmmikrobioms hinweisen und Patientinnen und Patienten, aber auch interessierte Bürgerinnen und Bürger Ulms informieren und für dieses Thema sensibilisieren.“ Die Fachexpert*innen der Klinik für Innere Medizin I geben den Veranstaltungsteilnehmern in mehreren Vorträgen einen Einblick in Themen wie Durchfallerkrankungen, bakterielle Infektionen oder unkonventionelle Behandlungen wie Stuhltransplantationen.

Das gastrointestinale Mikrobiom stellt die Gesamtheit aller im Verdauungstrakt vorkommenden Mikroorganismen dar. Zu seinen vielfältigen Aufgaben gehören beispielsweise die Nahrungsverwertung oder die Produktion von Vitaminen. Veränderungen dieser Darmflora können chronisch entzündliche Darmerkrankungen (z. B. Morbus Crohn), den sogenannten Reizdarm oder Reizmagen, Übergewicht oder eine Fettleber hervorrufen. Expert*innen setzen mittlerweile auch Krankheiten außerhalb des Magen-Darm-Traktes, wie Autismus, Alzheimerdemenz und Depressionen, mit dem Mikrobiom in Verbindung.
Zu den Faktoren, die die Darmflora beeinflussen und verändern, zählen unter anderem die Ernährungsweise, Stress und Medikamenteneinnahme. Ein Grund für ein gestörtes Mikrobiom kann allerdings bereits in der Kindheit liegen: Aufgrund der heutigen keimreduzierten Hygienebedingungen sind Kinder einer geringeren Anzahl an Mikroorganismen ausgesetzt. Forschungen legen nahe, dass dies der Entwicklung eines gesunden und regulierten Immunsystems schaden kann. Dieses unausgewogen regulierte Immunsystem kann zu einer Immunabwehrreaktion gegenüber körpereigenen Zellen oder unschädlichen Allergenen, zum Beispiel Pollen, führen. In der Veranstaltung sollen die Zuhörer daher auch Näheres dazu erfahren, welche unterschiedlichen Therapien inzwischen zur Veränderung und Verbesserung des Mikrobioms eingesetzt werden. Dazu gehören spezifische Diäten, Probiotika oder – beispielsweise bei einer Fehlbesiedlung des Dünndarms – Antibiotika. Im Anschluss an die Vorträge beantworten die Referenten noch offen gebliebene Fragen und laden zur gemeinsamen Diskussion ein.

Terminüberblick:
Patientenveranstaltung im Rahmen des Magen-Darm-Tages
Datum und Uhrzeit: Samstag, 10. November 2018, 9:00 bis ca. 12:30 Uhr
Ort: Universitätsklinikum Ulm, Großer Hörsaal Medizinische Klinik, Ebene 2,
Oberer Eselsberg, Albert-Einstein-Allee 23, 89081 Ulm
Veranstalter: Klinik für Innere Medizin I

Für Rückfragen:
Klinik für Innere Medizin I
Frau Martina Schröck, Sekretariat von Prof. Dr. M. Wagner, Leitender Oberarzt,
Tel.: 0731/500 44504, E-Mail: martina.schroeck@uniklinik-ulm.de

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