Freiburger Neurologe Andreas Harloff mit dem Hans- Georg Mertens-Preis für innovative, therapierelevante Forschung ausgezeichnet

Der Preis wird von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und der
Deutschen Gesellschaft für Neurointensivmedizin und Notfallmedizin
(DGNI) für innovative und therapierelevante Forschung in der
Neurologischen Intensivmedizin und Allgemeinen Neurologie verliehen und
ist mit Euro 5.000 dotiert. Dr. Andreas Harloff erhält den Preis für seine wissenschaftlichen Arbeiten zur Erforschung von Schlaganfallursachen.

In der Laudatio hob der Präsident der DGNI, Prof. Dr. Stefan Schwab, vor
allem die Veröffentlichung einer Studie des Preisträgers im renommierten
New England Journal of Medicine hervor. Die Studie mit über 500
SchlaganfallpatientInnen zeigt, dass das bei etwa jedem vierten Menschen
nachweisbare persistierende Foramen ovale, eine kleine Öffnung der
Scheidewand zwischen den Herzvorhöfen, nicht wie bislang angenommen
eine potenzielle Schlaganfallursache für nur jüngere Patientinnen und
Patienten, sondern auch für über 55-Jährige darstellt.
Auch wurde der hohe innovative Charakter der Forschung mit Hilfe moderner
Kernspintomographie zur dreidimensionalen Beurteilung der
Hauptschlagader gewürdigt. Die Methode lässt erstmals erkennen, dass
fortgeschrittene atherosklerotische Plaques der Aorta descendens (des
absteigenden Teils der Hauptschlagader) Schlaganfälle auslösen können,
wenn es in der Füllungsphase des Herzens zu einem Rückfluss von Blut in
den Aortenbogen und somit in die zum Gehirn führenden Gefäße kommt.

Für Patientinnen und Patienten bedeuten die neuen Erkenntnisse, dass die
Ursache eines Hirninfarktes mit höherer Genauigkeit als bisher bestimmt
werden kann. Dies hat zur Folge, dass die medikamentöse Therapie der
Betroffenen verbessert und das Risiko eines erneuten Schlaganfalls weiter
reduziert werden kann.

Kontakt:
PD Dr. Andreas Harloff
Neurologische Klinik
Universitätsklinikum Freiburg
Tel.: 0761/270-5307
Fax: 0761/270-5310
E-Mail: andreas.harloff@uniklinik-freiburg.de
(idw, 01/2010)

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