Fraunhofer-Forscher erhält Deutschen Krebspreis

Mit seiner Forschung möchte Professor Klein die Entwicklung einer individualisierten Krebstherapie vorantreiben. Dabei geht es zunächst darum zu verstehen, welche Tumorzellen zu Metastasen auswachsen können und warum manche Zellen über Jahre nach einer Tumoroperation überleben, ohne zu gefährlichen Tochtergeschwülsten heranzuwachsen. Durch die Untersuchung des Genoms von Tumorzellen mit modernsten molekularbiologischen Methoden versuchen er und sein Team, den bedrohlichen Zellen auf die Spur zu kommen mit dem Ziel, diese Gründerzellen von Metastasen gezielt unschädlich zu machen.

„Unser Ziel ist es, für den einzelnen Patienten die richtigen Medikamente zu finden, so dass erst gar keine tödlichen Metastasen heranwachsen. Für eine effektive adjuvante Therapie, also eine Therapie, die begleitend zu einer Tumoroperation erfolgt, müssen wir die molekularen Details der Zielzellen kennen – diese Details zu diagnostizieren, ist unsere Aufgabe“, sagt Klein. Er leitet am Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin ITEM in Regensburg die Projektgruppe »Personalisierte Tumortherapie«. Seit 2010 hat er außerdem an der Universität Regensburg den Lehrstuhl für Experimentelle Medizin und Therapieverfahren inne.

Der Deutsche Krebspreis wird von der Deutschen Krebsgesellschaft seit 1986 jährlich für herausragende wissenschaftliche Leistungen und aktuelle zukunftsweisende Arbeiten in der Onkologie vergeben. Er wird in drei Kategorien vergeben – für klinische, experimentelle und translationale Forschung – und ist jeweils mit 7500 Euro dotiert. Stifter des Preises sind die Deutsche Krebsgesellschaft und die Deutsche Krebsstiftung. Die Preisverleihung 2014 erfolgte in Berlin im Rahmen des Deutschen Krebskongresses – dem größten und ältesten onkologischen Fachkongress in Deutschland.

Das Fraunhofer ITEM bietet Auftragsforschung rund um die Gesundheit des Menschen an. Themen sind präventivmedizinische Fragestellungen, die Erforschung von neuen diagnostischen Methoden und innovativen Therapiekonzepten, toxikologische Forschung und präklinische und klinische Zulassungsuntersuchungen. Das Institut hat seinen Hauptsitz in Hannover. Braunschweig ist der Sitz des Bereichs Pharmazeutische Biotechnologie und in Regensburg ist die Projektgruppe Personalisierte Tumortherapie im BioPark angesiedelt.

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