Frankreich: Projektaufruf „Kohortenstudien“

„Kohortenstudien“ gehören zu den wichtigsten Bezugsquellen für die Forschung im öffentlichen Gesundheitswesen. Sie dienen der Untersuchung von biologischen, sozialen, wirtschaftlichen, umwelt- und verhaltensbedingten Gesundheitsfaktoren und der Beziehung zwischen genetischen und umweltbedingten Faktoren einer Krankheit sowie einem besseren Verständnis der Entstehung von Krankheiten. In absehbarer Zeit werden diese groß angelegten Studien eine Optimierung des öffentlichen Gesundheitswesens und der medizinischen Praxis ermöglichen und Frankreich zu einem internationalen Spitzenplatz verhelfen.

44 Projektanträge folgten dem im Juni 2010 veröffentlichten Projektaufruf.

Die Zinsen der im Rahmen des Programms „Zukunftsinvestitionen“ für diese Projekte zur Verfügung stehenden Mittel in Höhe von 200 Millionen Euro erlauben es, während eines Zeitraums von 9 bis 10 Jahren die jeweils themenspezifischen Kohorten zunächst zu bilden und dann zu begleiten.

Kohortenstudien bilden eine wesentliche Grundlage für ehrgeizige Forschungsprojekte sowohl für die medizinischen Wissenschaften – hervorzuheben wären hier die Projekte RADICO zu seltenen Erkrankungen oder Cryostem zur Abstoßung von transplantierten Organen – als auch in der Epidemiologie mit Bezug zu den Geistes- und Sozialwissenschaften. Zu nennen ist hier das Projekt I-share, das die Anfälligkeit junger Erwachsener für verhaltensbedingte Risiken und pathologische Erkrankungen untersucht (30.000 Studenten wurden über mindestens 10 Jahre beobachtet). Andere sehr weitverbreitete Krankheiten werden ebenfalls in den geförderten Projekten erforscht, wie Multisklerose (Projekt OFSEP) und Brustkrebs (Projekt CANTO). Den großen Problemen im öffentlichen Gesundheitswesen widmet sich das Projekt E4N. Zum ersten Mal ist es möglich, in großem Maßstab den Gesundheitszustand von Frauen über 3 Generationen hinweg zu verfolgen.

Durch ihre Aussagekraft und ihre Vielfältigkeit sind diese Kohortenstudien nicht nur für französische, sondern auch für Forscher über die Ländergrenzen hinaus von großem Nutzen. Die ausgewählten Projekte kommen ebenfalls der Industrie zugute.

Valérie Pécresse und Réné Ricol hoffen, dass diese staatlichen Zuwendungen eine Hebelwirkung haben und durch Co-Finanzierungen der Gebietskörperschaften und privater Partner ergänzt werden.

Quelle: Pressemitteilung des Ministeriums für Hochschulen und Forschung – 27.01.2011

Redakteurin: Jana Ulbricht, jana.ulbricht@diplomatie.gouv.fr

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