Forum Versorgungsforschung erarbeitet Empfehlungen für den Praxistransfer von Forschungsergebnissen

Die Erfahrung zeigt, dass derzeit ein schneller Erkenntnistransfer in die Praxis nur in Ausnahmefällen gelingt. Unter dem Titel „Forschungsbedarf und Ergebnistransfer ‒ Gemeinsam entwickeln“ vermittelten Referentinnen und Referenten die Positionen des Bundesministeriums für Gesundheit (Jana Holland), des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (Ralf Mytzek-Zühlke), der Leistungserbringer (Prof. Dr. Karsten Dreinhöfer), des Gemeinsamen Bundesaussschusses (G-BA, Dr. Monika Lelgemann) und der Krankenkassen (Dr. Roland Leuschner). Im Vortrag von Prof. Dr. Michel Wensing (Universität Heidelberg) erhielten die Teilnehmer darüber hinaus einen Einblick in die konzeptionellen und methodischen Grundlagen der Implementationsforschung, einem international hochaktuellen Teilgebiet der Versorgungsforschung.

Dr. Monika Lelgemann, Unparteiisches Mitglied des Gemeinsamen Bundesausschusses und Vorsitzende des Unterausschuss Methodenbewertung, betonte die besonderen Herausforderungen bei der Durchführung von Erprobungsstudien im Auftrag des G-BA. Frau Dr. Lelgemann ist an entsprechender fachlicher Kooperation mit dem DNVF interessiert, da das DNVF über eine große Expertise in der Versorgungsforschung verfügt und sich dadurch auszeichnet, dass dort viele Fachgesellschaften vertreten sind, die auch spezifische Fragestellungen bearbeiten können. Das Netzwerk hat deshalb angeboten, als Partner für den G-BA zur Verfügung zu stehen. Erste Gespräche hierzu sind vereinbart.

In der anschließenden Podiumsdiskussion, moderiert von Prof. Monika Klinkhammer-Schalke, der Vorstandsvorsitzenden des DNVF, wurde klar, dass eine hohe methodische Qualität der Evaluation (z. B. durch Replikationsstudien) und eine Priorisierung von Forschungsergebnissen ebenso wichtig sind wie die Berücksichtigung von Interessenskonflikten schon bei der Konzeption von Projekten. Außerdem müssen Krankenkassen, Leistungserbringer und Patienten beim Transfer einbezogen werden. Eine Priorisierung bedarf vorab vereinbarter Kriterien, Implementierungsphasen müssen bei der Finanzierung berücksichtigt und durch ein Monitoring begleitet werden.

Ein Transferausschuss wurde als eine geeignete Struktur angesehen, diese Aufgaben zu organisieren und nachhaltig für einen schnelleren Transfer in die Praxis zu sorgen. Das DNVF steht für eine Mitarbeit in einem entsprechenden Ausschuss zur Verfügung.

Das Deutsche Netzwerk Versorgungsforschung e.V. (DNVF)

Der gemeinnützige Verein „Deutsches Netzwerk Versorgungsforschung e.V.“ (DNVF) wurde am 2. Mai 2006 in Berlin gegründet. Das Netzwerk entwickelte sich aus der Ständigen Kongresskommission des „Deutschen Kongresses für Versorgungsforschung“ (DKVF). In dieser Kommission waren insgesamt 33 medizinische (z.B. Kardiologie, Chirurgie), pflegerische und gesundheitswissenschaftliche (z.B. Medizinische Soziologie, Medizinische Psychologie) Fachgesellschaften beteiligt.

Das DNVF ist ein interdisziplinäres Netzwerk, das allen Institutionen und Arbeitsgruppen offen steht, die mit der Sicherung der Gesundheits- und Krankenversorgung unter wissenschaftlichen, praktischen oder gesundheitspolitischen Gesichtspunkten befasst sind. Das DNVF hat es sich zum Ziel gesetzt, die an der Versorgungsforschung im Gesundheitswesen beteiligten Wissenschaftler zu vernetzen, Wissenschaft und Versorgungspraxis zusammenzuführen sowie die Versorgungsforschung insgesamt zu fördern.

Kontakt:
Dr. rer. biol. hum., Dipl. Ing. Thomas Bierbaum
Geschäftsführer des DNVF e.V.
Kuno-Fischer-Str. 8, 14057 Berlin
Tel.: +49(0)30-1388-7070
E-Mail: info@dnvf.de
http://www.dnvf.de

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