Forum Gesundheitsforschung empfiehlt nationale Infrastruktur zur Hochdurchsatz-DNA-Sequenzierung

Modernste Hochdurchsatz-Verfahren ermöglichen heute DNA-Sequenzierungen in großem Maßstab. Die bioinformatische Auswertung des stetig wachsenden Datenmaterials verspricht neue Erkenntnisse, die Krankheitsdiagnosen präzisieren und individualisierte, wirksamere Präventionsmaßnahmen und Therapien ermöglichen. Damit in Deutschland Forschende dieses Potenzial effektiv nutzen können, schlägt das Forum Gesundheitsforschung die nachhaltige Schaffung eines nationalen Netzwerkes verteilter, unterschiedlich fokussierter Zentren vor. Diese Zentren sollen leistungsfähige Verfahren zur Bestimmung der Basenabfolge von Erbmolekülen zur Verfügung stellen. Das Angebot ist stets auf dem aktuellen Stand des dynamischen Forschungsfeldes zu halten und daher ständig zu aktualisieren.

Die Leistungen des Netzwerkes sollen grundsätzlich allen Forscherinnen und Forschern in Deutschland zugänglich sein. Dafür müssen entsprechend umfangreiche Kapazitäten zur bioinformatischen Auswertung der riesigen Datenmengen aus- oder aufgebaut werden. Das Netzwerk soll aber nicht nur Technik anbieten. Es soll die Forschenden auch im Vorfeld und im Nachgang der Sequenzierarbeiten beraten. Diese Unterstützung soll die wissenschaftliche Qualität der Sequenzierungen und der Datenanalyse sichern und fügt bereits bestehenden Strukturen einen wichtigen Mehrwert hinzu.

Das nationale Netzwerk soll einem stringenten Management unterliegen, das die Zentren untereinander koordiniert, die übergreifende Netzwerkstrategie entwickelt und bedarfsgemäß laufend aktualisiert. Umfassende Datenmanagement- und Qualitätssicherungskonzepte sollen den Erfolg der Infrastruktur langfristig sichern.

Über das Forum Gesundheitsforschung

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) initiierte Forum Gesundheitsforschung konstituierte sich im November 2015. Dem Forum gehören die fachlichen Spitzenvertreterinnen und -vertreter der deutschen Forschungsorganisationen sowie der Wirtschaft auf dem Gebiet der Gesundheitsforschung an. Es soll einen systematischen, organisationsübergreifenden und kontinuierlichen Dialog zwischen den verschiedenen Akteuren in der deutschen Gesundheitsforschung ermöglichen und wird unterstützt von einer Geschäftsstelle beim DLR-Projektträger. Das Forum kann ad hoc-Arbeitsgruppen für einzelne Schwerpunktthemen einrichten.

Über den DLR-Projektträger

Die Geschäftsstelle des Forums Gesundheitsforschung ist beim DLR Projektträger angesiedelt. Der DLR Projektträger hat sich auf Dienstleistungen zur Förderung von Forschung, Innovation und Bildung spezialisiert. Als einer der größten Projektträger Deutschlands unterstützt er Landes- und Bundesministerien bei der Umsetzung von Forschungsförderprogrammen, ist für die Europäische Kommission, Stiftungen und Verbände tätig.

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