Forum Bioethik: Hirntod u. Organentnahme. Gibt es neue Erkenntnisse zum Ende d menschlichen Lebens?

Zum Thema

Die Entnahme von lebensnotwendigen Organen ist nach dem geltenden Transplantationsrecht nur zulässig, wenn der Tod des Organspenders festgestellt wurde. Der Nachweis des Todes entspricht dem Erkenntnisstand der medizinischen Wissenschaft. Als Organspender kommen nur Personen infrage, bei denen der Hirntod – gemeint ist der Zustand des irreversiblen Ausfalls aller Hirnfunktionen – einwandfrei festgestellt wurde.

Nicht erst seit der Veröffentlichung eines White Paper des President’s Council on Bioethics in den USA im Jahre 2008 ist die Debatte darüber, ob hirntote Menschen tatsächlich tot sind, erneut in den Fokus der Öffentlichkeit geraten.

Unstrittig ist, dass mit dem Hirntod der irreversible Verlust aller Hirnfunktionen einhergeht. Allerdings können aufgrund intensivmedizinischer Behandlungsmöglichkeiten andere Körperfunktionen aufrechtererhalten werden. Berichte über Reaktionen auf Schmerzreize und die Möglichkeit der Fortführung einer Schwangerschaft werfen Fragen auf, inwieweit der Hirntod tatsächlich den Tod des Menschen markiert oder ob er nur einen unumkehrbaren Sterbeprozess einleitet.

Der Deutsche Ethikrat möchte die Öffentlichkeit über die aktuelle Debatte informieren, mit den eingeladenen Experten in einen interdisziplinären Diskurs eintreten, an dem auch das Publikum beteiligt werden soll. Dabei ist der Frage nachzugehen, wie im Spannungsfeld zwischen der Notwendigkeit der Organtransplantation und dem Schutz der Menschenwürde ein ethisch gebotener und verantwortungsvoller Umgang mit hirntoten Menschen aussehen kann.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen folgende Aspekte:
• Gibt es neue Erkenntnisse zum Ende des menschlichen Lebens?
• Sollte die Praxis der Organentnahme überdacht werden?
• Welche moralischen Verpflichtungen haben wir gegenüber hirntoten Menschen?

18:00 bis 19:00 Uhr
Medizinische Betrachtung des Hirntods

Prof. D. Alan Shewmon, MD, UCLA Medical Center
PD Dr. med. Stefanie Förderreuther, Ludwig-Maximilians-Universität München

Fragen aus dem Publikum

19:00 bis 20:45 Uhr
Ethische Betrachtung des Hirntods

Prof. Dr. phil. Ralf Stoecker, Universität Potsdam
Prof. Dr. phil. Michael Quante, Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Podiumsdiskussion

Teilnehmer:
Prof. Dr. phil. Ralf Stoecker, Universität Potsdam
Prof. Dr. phil. Michael Quante, Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Prof. Dr. med. habil. Dr. phil. Dr. theol. h. c. Eckhard Nagel, Mitglied des Deutschen Ethikrates
Prof. Dr. theol. Eberhard Schockenhoff, Stv. Vorsitzender des Deutschen Ethikrates

Moderation:
Prof. Dr. phil. Dr. h. c. Volker Gerhardt, Mitglied des Deutschen Ethikrates

Diskussion mit dem Publikum

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