Fortgeschrittener Darmkrebs: RAS-Biomarker-Test ermöglicht personalisierte Medizin

Arzt-Patient-Gespräch

Welcher Patient profitiert von welcher Therapie? Studien bei fortgeschrittenem Darmkrebs haben gezeigt, dass Darmkrebs nicht gleich Darmkrebs ist. Durch einen vor der Therapie durchgeführten RAS-Biomarker-Test kann eine verbesserte Patientenauswahl getroffen werden. Denn je nachdem, ob die so genannten RAS-Marker mutiert oder nicht mutiert (Wildtyp) vorliegen, weiß der Arzt, von welcher Therapie der Patient profitieren könnte. Dies ist ein weiterer Schritt hin zur personalisierten, auf den Patienten bzw. den Tumor abgestimmten Therapie.

Fortgeschrittener Darmkrebs: Personalisierte Therapie mit Antikörpern

Tumoren in Blinddarm, Dickdarm und Mastdarm werden als Darmkrebs bezeichnet. In Deutschland ist es bei Männern die dritthäufigste Krebserkrankung und bei Frauen die zweithäufigste. Da lange keine Beschwerden auftreten, wird die Diagnose oftmals erst im fortgeschrittenen Stadium gestellt. Doch je früher der Tumor erkannt wird, umso besser sind die Therapieaussichten.

Gezielte Therapie mit Antikörpern

Liegt eine gesicherte Diagnose vor, ist die Behandlung abhängig vom Tumorstadium. Ziel der Therapie ist es, das Krebsgewebe vollständig zu entfernen oder – wenn dies nicht möglich ist – die Ausbreitung des Tumors zu verhindern. Neben Operation, Chemo- und Strahlentherapie steht Patienten mit fortgeschrittenem Darmkrebs auch eine zielgerichtete Therapie mit Antikörpern (biologische zielgerichtete Substanzen) zur Verfügung. Eingesetzt werden Antikörper wie die EGF-Rezeptor-Blocker Cetuximab oder Panitumumab, die das Wachstum und die Teilung der Tumorzellen verhindern oder Antikörper wie Bevacizumab, die die Neubildung von Blutgefäßen des Tumors unterdrücken.

Biomarker ermöglichen personalisierte Therapie

Seit langem wird in der Krebstherapie gezielt nach Tumormerkmalen gesucht, mit denen eingeschätzt werden kann, wie erfolgreich eine Therapie voraussichtlich beim Patienten ist und wovon er am meisten profitieren könnte. Mit einer so genannten RAS-Biomarker-Testung ist heute eine verbesserte Patientenauswahl schon vor Therapiebeginn beim fortgeschrittenen Darmkrebs möglich. Durch eine einfache und nicht belastende Methode kann der Tumorstatus bestimmt werden. Beispielsweise wird mit der Testung ermittelt, ob der Tumor auf die Behandlung mit einem EGF-Rezeptor-Blocker anspricht.

Was sind eigentlich Biomarker?

Ganz allgemein sind Biomarker körpereigene Substanzen, deren Art, Vorkommen oder Ausprägung bei der Bewertung körperlicher Zustände hilft. Sie haben eine hohe diagnostische und therapeutische Bedeutung. Klassische Biomarker sind Blutwerte wie der Blutzuckerwert oder die Anzahl der roten Blutkörperchen. Je nach individuellen Tumormerkmalen oder Genen sprechen zum Beispiel manche Patienten auf bestimmte moderne Therapien an, während dies bei anderen nicht der Fall ist. Um das zu überprüfen, wird auf bestimmte Biomarker getestet.

 

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