Forßmann-Preise für herausragende Herz-Kreislaufforschung vergeben

Den Ursachen der Herzschwäche auf der Spur

Welche Mechanismen im Herzmuskelgewebe können eine Herzinsuffizienz beeinflussen und möglicherweise mit verursachen? Mit seiner aktuellen Arbeit zu dieser Fragestellung wurde der zielstrebige junge Forscher der molekularen Kardiologie, Dr. Michael Kreußer, geehrt, der damit maßgeblich zum Verständnis der Pathophysiologie der Herzhypertrophie als Ursache der Herzschwäche beiträgt. Langfristig dient das der Verbesserung der Diagnostik und Therapie für Patienten mit schwerer Herzschwäche.

Ein ausgewiesener Experte der Molekular-Kardiologie ist auch der weltweit bekannte und geschätzte Kardiologe Prof. Dr. Dr. h.c. Günter Breithardt, der den Forßmann-Preis für sein Lebenswerk entgegennehmen durfte. Breithardt war unter anderem Präsident der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (1996) sowie der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (1999) und ist bis heute Mitglied des Lenkungsausschusses im Kompetenznetz Vorhofflimmern. Der langjährige Direktor am Universitätsklinikum Münster habe nicht nur als einer der Ersten Katheter-Eingriffe bei Rhythmusstörungen in den 1980-er Jahren durchgeführt, sondern auch 1984 den ersten automatischen Defibrillator in Deutschland eingesetzt und sich wie kein zweiter für Wissenschaft, Forschung und den wissenschaftlichen Nachwuchs engagiert, betonte Prof. Dr. Albrecht Bufe, Dekan der Medizinischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum, in seiner Laudatio.

Der Forßmann-Preis

Der Name Forßmann steht für Unbeirrbarkeit, Wagnis und Durchsetzungsvermögen. Mit dem Lebenslauf des Pioniers der Herzkathetertechnik und Namenspatrons des Preises, Prof. Dr. Werner Forßmann (1904-1979) hat sich Lisa-Maria Packy aus einem neuen historischen Blickwinkel auf sein Wirken während der Zeit des Nationalsozialismus beschäftigt. 1929 hatte der Chirurg und Urologe die Katheterisierung des Herzens erstmals in einem Selbstversuch unter schwierigen Bedingungen erprobt und damit das grundlegende medizinisch-kardiologische Verfahren der Herzkatheterdiagnostik entwickelt. Erst 1956 erhielt er dafür als einer der ersten deutschen Nobel-Preisträger nach dem Zweiten Weltkrieg die internationale Anerkennung. Für ihre Forschungsarbeit über Werner Forßmann wird das von der Stiftung Kardiologie 2000 ausgelobte Nachwuchsstipendium an Lisa-Maria Packy, Mitarbeiterin am Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin an der Rheinisch-Westfälisch Technischen Hochschule Aachen (RWTH) vergeben. Die Nachwuchsförderung der Stiftung ist Prof. Dr. Wolf-Georg Forssmann, dem Sohn des berühmten Wissenschaftlers, zu verdanken.

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Die Stiftung Kardiologie wurde 2000 von der Medizinischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum mit dem Ziel gegründet, einen Anreiz für die klinische und theoretische Forschung auf dem Gebiet der Herz-Kreislauferkrankungen zu bieten und damit zur verbesserten Anerkennung und Verbreitung wissenschaftlicher Arbeit auf diesem Gebiet beizutragen.

Das Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, ist ein international anerkanntes Zentrum zur Behandlung von Herz-, Kreislauf- und Diabeteserkrankungen. Mit 37.000 Patienten pro Jahr, davon 15.000 in stationärer Behandlung, ist das HDZ NRW ein führendes Spezialklinikum in Europa. Unter einem Dach arbeiten vier Universitätskliniken und Institute seit 30 Jahren interdisziplinär zusammen. Das HDZ NRW ist Universitätsklinik und zugleich Akademisches Lehrkrankenhaus der Ruhr-Universität Bochum.

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