Forschungsverbund erhält 1,5 Mio Euro aus dem Niedersächsischen Vorab

1,5 Millionen Euro für die Erforschung der Lebensmittelproduktion aus Nebenströmen von Karotten, Kartoffeln und Raps: Das Verbundprojekt „Bioökonomie 2.0: Innovationspotenziale von Nebenströmen der Lebensmittelverarbeitung“ gehört zu den sieben geförderten Projekten des Programms „Wissenschaft für nachhaltige Entwicklung“ aus dem Niedersächsischen Vorab. Dies gaben die VolkswagenStiftung und das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur heute in einer Pressekonferenz bekannt. Sprecherin des Projekts ist die Vechtaer Geographin Prof. Dr. Christine Tamásy vom Institut für Strukturforschung und Planung in agrarischen Intensivgebieten der Universität Vechta. Das Projekt wird für drei Jahre gefördert. Insgesamt waren 15 Projekte von ursprünglich 50 eingereichten Anträgen in der engeren Auswahl der Gutachterkommission. Der Gesamtförderbetrag liegt bei ca. 12 Millionen Euro.

Das Verbundprojekt „Bioökonomie 2.0“ zielt darauf ab, neue Wertstoffe für die Lebensmittelproduktion – z.B. Ballaststoffe, natürliche Aromastoffe, Enzyme – aus pflanzlichen Nebenströmen der Kartoffel-, Karotten- und Rapsverarbeitung zu gewinnen. Das Projekt wird zum einen aus technisch-naturwissenschaftlicher Perspektive gemeinsam mit Partnern der niedersächsischen Wirtschaft neue innovative Produkte entwickeln. Zum anderen werden aus sozialwissenschaftlichen Perspektiven Strategien für eine erfolgreiche Implementierung dieser Produkte erforscht. Sind die vorhandenen Systeme fähig und die Produzenten willens, Veränderungen anzugehen? Was bedeuten die neuen Nutzungsformen für die Branche, und vor allem für ihre Wirtschaftlichkeit? Und wie reagieren die VerbraucherInnen? Das interdisziplinäre Verbundprojekt verfolgt dabei einen ganzheitlichen Ansatz, der ein breites Spektrum an bioökonomischen Verfahren und sozialwissenschaftlichen Erhebungsmethoden (z.B. Befragungen, Interviews, Experimente) umfasst. Die effiziente Nutzung von natürlichen, nachwachsenden Rohstoffen und das Schließen von Stoff- bzw. Energiekreisläufen stellen Schlüsselelemente einer nachhaltigen Entwicklung dar. Bislang werden die produktionsimmanenten Nebenströme vor allem als Biogas verheizt, verfüttert oder mit Kostenaufwand entsorgt und somit nicht in Wert gesetzt.

Sprecherin des Verbundprojekts ist Prof. Dr. Christine Tamásy vom Institut für Strukturforschung und Planung in agrarischen Intensivgebieten der Universität Vechta. Außerdem beteiligt sind Prof. Dr. Klaus-Peter Wiedmann (Universität Hannover, Institut für Marketing und Management), Prof. Dr.-Ing. Ralf Günter Berger (Universität Hannover, Institut für Lebensmittelchemie), Dr.-Ing. Alexander Mathys (Deutsches Institut für Lebensmitteltechnik e.V.), Prof. Dr. Guido Recke (Hochschule Osnabrück, FB Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur) und Prof. Dr. Achim Spiller (Universität Göttingen, Lehrstuhl Marketing für Lebensmittel und Agrarprodukte).

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