Forschungsprojekt „InDigiTrain“ öffnet Tür zum digitalen Klassenzimmer in der Logopädie-Ausbildung

In der Schule für Logopädie der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Ennepe-Ruhr kommen Smartphones und Tablets zum Einsatz. „Mit der mobilen Lernplattform können unsere Schülerinnen und Schüler flexibel lernen, wann und wo sie wollen“, fasst Cornelia Oestereich, Schulleiterin der Logopädieschule Hattingen zusammen.

Dennoch bleiben Lehrkräfte in Verbindung mit ihren Auszubildenden: Eine mobile Lernplattform sorgt für die virtuelle Kommunikation und Vernetzung. Gleichzeitig werden dort auch multimediale Lerninhalte hinterlegt. An den Konzepten haben Lehrkräfte der AWO sowie Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Forschungsprojektes „InDigiTrain“ (Integriertes digitales Training) mitgearbeitet. Jetzt ist die Lernplattform offiziell im Einsatz an der Hattinger Schule.

Projektziele

Die Schule ist einer von vier Verbundpartnern bei InDigiTrain, das die berufliche Aus- und Weiterbildung in der Logopädie und im Gesundheitswesen durch Digitalisierung modernisiert und flexibilisiert. Die Konzeption und wissenschaftliche Begleitung liegt Prof. Dr. Claudia de Witt, Lehrgebiet „Bildungstheorie und Medienpädagogik“ an der FernUniversität in Hagen. Gefördert wird das Projekt durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie dem Europäischen Sozialfonds.

„Ziel ist es, Lernen und Arbeiten – also Theorie und Praxis – stärker zu verzahnen und das sogenannte problemorientierte Lernen einzuführen“, beschreibt Prof. Dr. Claudia de Witt von der FernUniversität in Hagen. Ausgangspunkt dafür sind Lehrfilme zu Unterrichtsthemen, die in Kooperation mit AWO-Lehrkräften als Mitwirkende gedreht wurden. „Die Schülerinnen und Schüler lernen über Fallbeispiele aus der Praxis, trainieren ihre diagnostischen Fähigkeiten, diskutieren und erarbeiten Lösungen im Team“, ergänzt Jessica Felgentreu, ebenfalls Projektmitarbeiterin an der FernUniversität.

Eine weitere Idee dahinter: Die künftigen Logopädinnen und Logopäden sollen Lernprozesse mitgestalten und in die Lage versetzt werden, sich neue Lernstrategien anzueignen – etwa über die Methode „Inverted Classroom“: Die Schülerinnen und Schüler lernen von zu Hause oder mobil, an einem anderen Ort außerhalb der Schule. Die Schulzeit wird dann dazu genutzt, das Erarbeitete gemeinsam zu vertiefen. „Das zuvor über die Lernfilme selbstständig angeeignete Wissen wird mit kooperativen und problemorientierten Lernaktivitäten im Unterricht verfestigt“, beschreibt Cornelia Oestereich ihren neuen Ansatz.

Die Auszubildenden freuen sich über das leicht zugängliche Angebot. „Ich finde die Möglichkeit gut, Lehrvideos mehrmals hintereinander angucken zu können. So verpasst man nichts“, meint Miriam Pircher. Auch ihre Mitschülerin Lara Schöneborn findet die visuelle Unterstützung sinnvoll: „Durch die Videos ist die Wissensvermittlung praxisorientierter als normaler Frontalunterricht.“ Lennart Rosenkranz sieht vor allem in der Flexibilität einen großen Vorteil: „Ich lerne gerne zu ungewöhnlichen Zeiten. Da profitiere ich natürlich von der neuen Plattform.“

Projektlaufzeit

Das Projekt ist für drei Jahre ausgelegt. Maßgeblich daran beteiligt ist die FernUniversität in Hagen. „Wir steuern das Projekt. Im Laufe der Praxisphase werden wir außerdem evaluieren und eventuelle Anpassungen vornehmen“, so Christina Gloerfeld von der FernUniversität in Hagen.

Außerdem gehören das Bildungsinstitut im Gesundheitswesen (BiG) aus Essen mit der Weiterbildung zur Hygienefachkraft sowie die E-Learning Spezialisten M.I.T e-Solutions dazu.

InDigiTrain ist nachhaltig angelegt: Die Konzepte sind so aufgebaut, dass sie auf andere Berufe sowohl für die Aus- als auch für die Weiterbildung übertragbar und ausbaufähig sind. Außerdem sollen Lehrende und Lernende eigene Videos aus der Praxis einstellen.

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