Forschungsarbeiten mit innovativen Bildgebungsmethoden ausgezeichnet

Bereits zum siebten Mal wurde der mit 25.000 Euro dotierte Forschungsförderpreis Imaging in Psychiatrie und Psychotherapie am 25. November 2010 im Rahmen der DGPPN-Jahrestagung in Berlin verliehen. Das Ziel des Preises ist es, junge Wissenschaftler aus allen Fachbereichen, die bereits erste Erfahrungen mit Bildgebungsmethoden im Bereich der Psychiatrie und Psychotherapie gesammelt haben, durch einen mehrmonatigen Auslandsaufenthalt in einem Labor höchster Exzellenz zu fördern. Der Preis geht zu gleichen Teilen an Mag. Dr. Dipl. Psych. Birgit Derntl von der Universität Wien und Dr. med. Nikolaos Koutsouleris von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Derntl ist Universitätsassistentin am Institut für Klinische, Biologische und Differentielle Psy-chologie an der Fakultät für Psychologie der Universität Wien. Sie arbeitet mit Hilfe der funk-tionellen Echtzeit-Kernspintomografie (fMRT) an der Untersuchung neurobiologischer Grundlagen psychiatrischer Störungen. Ihr Ziel ist es, eine wissenschaftlich fundierte Neuropsychotherapie unter Einsatz des Neurofeedbacks bei Patienten zu entwickeln. Das Neurofeedback ist eine innovative Methode an der Schnittstelle zwischen Psychiatrie, Klinischer Psychologie, Psychotherapie, MR-Physik und Neuroinformatik. Es basiert auf operanter Konditionierung (d.h. Verstärkerlernen) und funktioniert über die Rückmeldung von Hirnaktivierung, welche der Patient zu kontrollieren lernt. Die 32-Jährige verspricht sich dadurch wesentlich zur Weiterentwicklung des neuen Felds der Neuropsychotherapie beizutragen. Sie plant das Preisgeld für einen Aufenthalt in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Aachen zu verwenden.

Koutsouleris ist wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Forschungsgruppe „Bildgebung funktioneller Psychosen“ an der Universität München. Er extrahiert multivariate Biomarker aus einer Datenbank – die sowohl strukturelle MRT-Aufnahmen als auch genetische und klinische Informationen von schizophrenen, depressiven und gesunde Personen beinhaltet – multivariate Biomarker. Das ist ein wichtiger Schritt zur frühzeitigen Diagnose von Schizophrenie und Demenz. Davon erhofft sich der Forscher auch klären zu können, ob und wie bestimmte Muster neurobiologischer Veränderungen für das Auftreten der beiden psychiatrischen Erkrankungen ursächlich sind. Zudem könne seine Arbeit ein wesentlicher Beitrag zur Weiterentwicklung der fünften Auflage des Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM-V) sein, heißt es in der Jurybegründung. Der 34-jährige Nachwuchswissenschaftler plant das Preisgeld für einen Forschungsaufenthalt an der Section for Biomedical Image Analysis (SBIA) an der University of Pennsylvania (USA) einzusetzen.

Der Preis wird von der DGPPN in Verbindung mit der Stiftung für seelische Gesundheit verliehen. Das Unternehmen Astra Zeneca ist Stifter des Preises.

Kontakt:
Prof. Dr. Dr. Frank Schneider
Präsident DGPPN
Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde
Universitätsklinikum Aachen
Pauwelsstraße 30
52074 Aachen
Tel.: 0241-80 89633
Fax: 0241-80 82401
E-Mail: fschneider@ukaachen.de

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