Forschung zum Therapieerfolg von Parkinson-Patienten

Im Rahmen des Kooperationsprojektes »Entwicklung eines digitalen Parkinson-Disease-Assessments« wird am Universitätsstandort Senftenberg nach Möglichkeiten gesucht, um Therapieeffekte für Parkinson-Patienten so objektiv wie möglich einzuschätzen.

Initiatoren und Partner des im Januar 2017 gestarteten Projektes sind Prof. Dr. med. habil. Fritjof Reinhardt und Prof. Dr. med. Markus Reckhardt vom Zentrum für Neurologie und Schmerzbehandlung der Klinikum Niederlausitz GmbH, die als Honorarprofessoren dem Institut für Medizintechnologie der Universität angehören und in den Studiengängen Medizininformatik und Informatik lehren. Das Projekt wird zudem von Oberärztin Dr. Dorothea Erk am Klinikum Niederlausitz unter-stützt.

Unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Ingrid Bönninger vom Fachgebiet Softwareengineering entwerfen, bauen und programmieren Studierende der Medizininformatik und der Informatik Geräte, welche die Bewegungen der Patienten exakt aufnehmen und speichern können. Die aufgenommenen Daten analysiert Prof. Dr. rer. nat. Barbara Priwitzer mit dem Fachgebiet Intelligente Systeme gemeinsam mit Studierenden, um feststellen zu können, welche Therapie dem Patienten am meisten geholfen hat.

Für die Messung der Gang- und Armbewegungen von Parkinson-Patienten entwickelte der wissenschaftliche Mitarbeiter Tobias Steinmetzer gemeinsam mit den Studenten Rafael Domann und Sandro Wilberg spezielle Arm- und Fußbänder beziehungsweise Einlegesohlen, die Beschleunigungs- und Drehratensensoren enthalten und über eine App gesteuert werden. Die Studierenden Julia Schauer und Marvin Calov entwickelten Programme für Android-Tablets, die den Hand-Tremor von Parkinson-Patienten registrieren können und ebenfalls mobil einsetzbar sind, so einen Spiraltest und einen Schreibtest. Die entwickelten Geräte und Programme werden nach den geltenden Standards der Ethikkommission der Ärztekammer getestet, verbessert und messtechnisch überprüft.

»Die direkte Mitarbeit an einem aktuellen Forschungsprojekt ist eine tolle Möglichkeit, das erworbene Wissen anzuwenden«, erklärt Julia Schauer – zufrieden, sich für ein Studium an der BTU Cottbus-Senftenberg entschieden zu haben. »Nicht nur die Betreuung durch die Dozenten ist super. Mir wurde auch ein Auslandsaufenthalt in Costa Rica ermöglicht, bei welchem ich so tolle Erfahrungen sammeln konnte, von welchen ich noch mein Leben lang profitieren werde.«

Unter Anleitung von Tobias Steinmetzer werden durch die Studierenden im Rahmen des Projektes Bewegungsdaten mit dem Ziel erfasst, später die Therapie durch kontinuierliche Messungen zu begleiten. Dadurch kann im Bedarfsfall in der Behandlung mit zeitaktuellen Änderungen reagiert werden. Die Analyse-Ergebnisse versetzen die Ärzte in die Lage, objektiver zu entscheiden, welche Therapieform besonders effektiv ist oder welche Therapie für welchen Patienten die wirksamste ist. »Sind die Effekte neuer Therapieformen erst einmal wissenschaftlich belegt, ist der Weg zur Anerkennung durch die Krankenkassen zumindest bereitet«, erklärt Prof. Ingrid Bönninger.

Hintergrund
Die Verbesserung der Diagnostik, der bisherigen Therapie und eine Erweiterung des Therapiespektrums für degenerative Erkrankungen des Zentralnervensystems sind nicht zuletzt aufgrund des demografischen Wandels dringend erforderlich. Im Klinikum Niederlausitz und den dazugehörigen Ambulanzen werden von Prof. Dr. med. Fritjof Reinhardt und Prof. Dr. med. Markus Reckhardt zirka 600 Parkinson-Patienten pro Jahr betreut. Bei jeder stationären Aufnahme und der Entlassung eines Parkinson-Patienten werden zur Abschätzung des Stadiums der Erkrankung und des Therapieerfolges internationale Standards erhoben. Für diese Einschätzung fehlen jedoch häufig objektive Parameter. Um die Effekte der Therapien objektiver einschätzen zu können, initiierten die Mediziner gemeinsam mit dem Institut für Medizintechnologie der BTU Cottbus-Senftenberg das Projekt »Entwicklung eines digitalen Parkinson-Disease-Assessments«. BTU-Studierende wirken im Rahmen einer Stu-die zum Wohle der Patienten an der Lösung wirklicher Probleme mit.

Für ein Studium im universitären Bachelorstudiengang Medizininformatik mit Beginn zum Wintersemester 2017/18 können sich Interessierte noch bis zum 30. September bewerben.

Alle wichtigen Informationen finden Studieninteressierte unter: https://www.b-tu.de/studium
https://www.b-tu.de/medizininformatik-bs/Steckbrief

Zentrale Studienberatung:
T +49 (0)355 69 3800, +49 (0)3573 85 280
E studium@b-tu.de

Fachkontakt
Prof. Dr.-Ing. Ingrid Bönninger
Fachgebiet Softwareengineering
T +49 (0)3573 85 613
E ingrid.boenninger@b-tu.de

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