Forschung hautnah

Das Naturwissenschaftliche und Medizinische Institut (NMI) an der Universität Tübingen veranstaltet am 26. September 2015 einen Tag der offenen Tür.
Von 11:00-17:00 Uhr öffnen die Wissenschaftler ihre Labore und geben bei Führungen durch das Institut Einblick in die Forschungsschwerpunkte des NMI – von Pharma über Biotechnologie, Biomedizintechnik bis hin zur Oberflächen- und Werkstofftechnologie. Führungen zu jeder vollen Stunde informieren über neue Methoden der Diagnostik, innovative Medikamentenentwicklung, intelligente Implantate und zahlreiche andere Themen der Gesundheitsforschung.
Ein zweiter Themenpfad führt die Besucher in die Werkstofftechnik ein, die durch Entwicklung und Analyse neuer Materialien und Oberflächen für fast alle technischen Innovationen bestimmend ist. Eine Vielzahl von Exponaten und Demonstrationen lädt zum Ausprobieren, Studieren und Staunen ein.

Gesundheitsforschung am NMI: Krankheiten entdecken und erkennen

Wichtiger Trend in der aktuellen Gesundheitsforschung ist die Personalisierte bzw. Individualisierte Medizin. Fortschritte in der biomedizinischen Forschung und der Informationstechnologie ermöglichen völlig neue Methoden der Diagnostik und stoßen einen Wandel von der Behandlung von Krankheiten hin zur Behandlung des individuellen Patienten an. Am Tag der offenen Tür gibt das NMI Einblick in die erfolgversprechendsten Forschungsansätze moderner Diagnostik.

Sogenannte Biomarker ebnen den Weg zur individualisierten Medizin und gehören heute zu den wichtigsten Treibern pharmazeutischer Entwicklungen. Durch ihren Einsatz in der Diagnostik können Krankheiten frühzeitiger erkannt und Medikamente effizienter entwickelt und eingesetzt werden. Einen anderen Ansatz für eine verbesserte Medikamentenentwicklung verfolgen Multi-Organ-Chips. Weltweit versuchen Forscher derzeit, Organe in der Kulturschale künstlich nachzuahmen, um damit verlässliche Aussagen über Medikamentenwirkungen und -nebenwirkungen zu erlauben oder eine Alternative zu Tierversuchen zu schaffen. Auf dem Themenpfad Gesundheitsforschung stellen Wissenschaftler die beiden Entwicklungen vor und zeigen wie aktuelle Testsysteme arbeiten.

Werkstofftechnik: Oberflächen untersuchen und gestalten

Bei vielen Innovationen steckt das Geheimnis in der Oberfläche. Die obersten Schichten bestimmen maßgeblich die Eigenschaften und Funktionen von Werkstoffen und sind der Schlüssel zu vielen Produktinnovationen. Dabei ist mit dem bloßen Auge oft nichts zu sehen. Mikro- und nanometerfeine Strukturen sorgen unsichtbar für neue Funktionen und entscheiden beispielsweise über die Benetzbarkeit von Gläsern, die Haftung von Klebstoffen oder die Verträglichkeit von Implantaten.
Wie spannend die Suche nach neuen Oberflächen sein kann, das zeigen die Forscher am Tag der offenen Tür mit speziell präparierten Oberflächen und einer Vorstellung der Mikrosystem- und Nanotechnik, die z. B. bei Implantaten zur Integration vieler Funktionen in immer kleiner werdende Bauteile genutzt wird.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Informationsaktion des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) statt, der zahlreiche Geräte und Entwicklungen des NMI fördert. Sie steht unter dem Motto „Tue Gutes und sprich darüber.“ – und dies gleich in zweifacher Weise. Das NMI, das in diesem Jahr seinen 30. Geburtstag feiert und auf zahlreiche Erfolge in der Gesundheitsforschung zurückblicken kann, leistet mit seiner Arbeit einen wichtigen Beitrag im Zukunftsfeld Gesundheit und fördert damit den Wirtschafts- und Arbeitsstandort Baden-Württemberg. Die Besucher sind eingeladen sich „hautnah“ über diese Forschungsleistungen zu informieren. Gleichzeitig präsentiert der Tag der offenen Tür ausgewählte Projekte, die von der Förderung des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) profitieren. So wird deutlich, was EU-Förderung in den Bereichen Forschung, Innovation und nachhaltige Entwicklung in Baden-Württemberg bewirken kann.

EFRE Europäische Fonds für regionale Entwicklung

Der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) ist ein Strukturfonds der EU, mit dessen Hilfe der wirtschaftliche, territoriale und soziale Zusammenhalt innerhalb der EU gefördert wird. Baden-Württemberg bezieht Fördermittel aus dem EFRE, um das Operationelle Programm mit dem Leitmotiv „Innovation und Energiewende“ in Baden-Württemberg in der Förderperiode 2014-2020 umzusetzen. Das Operationelle Programm konzentriert sich dabei auf die Stärken des Landes und unterstützt gezielt die Themen Forschung und Innovation sowie Verminderung der CO₂-Emissionen.

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