Forschung für saubere Badegewässer

Deutschlands Flüsse sind in den vergangenen Jahrzehnten deutlich sauberer geworden. Allerdings liegen von den über 2000 nach EG-Badegewässerrichtlinie registrierten Badegewässern tatsächlich nur rund 30 an Flüssen. Dies hat seinen Grund: Die hygienische Wasserqualität schwankt in den meisten Fließgewässern so stark, dass gesundheitliche Risiken beim Baden in Flüssen schwer einzuschätzen sind.

Genau dies hat Wissenschaftler des Kompetenzzentrums Wasser Berlin veranlasst, im Rahmen des Forschungsvorhabens FLUSSHYGIENE für Spree und Havel ein online verfügbares Vorhersagesystem zu entwickeln, das Berlinerinnen und Berliner bei der Planung von Badeausflügen nutzen können.

Mit diesem als Prototyp an den Start gehenden Systems können plötzlich auftretende hygienische Gewässerverschmutzungen, wie sie besonders nach starken Regenfällen auftreten, ortsgenau vorhergesagt werden. Hierbei handelt es sich um ein statistisches Rechenmodell, das mit kontinuierlich im Land Berlin erhobenen digitalen Gewässer- und Regenwetterdaten gefüttert wird.

Pünktlich zur Badesaison soll der Prototyp als Web-Anwendung mit Beteiligung der Berliner Wasserbetriebe, dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) und der Technologiestiftung Berlin an den Start gehen und in dieser Saison auf Zuverlässigkeit getestet werden.

„Für uns war es eine besondere Herausforderung, das Vorhersagesystem mit echten Gewässerproben entlang von Spree und Havel zu kalibrieren”, berichtet die Projektleiterin Dr. Pascale Rouault. “Hierzu waren wir ja gerade auf Schlechtwetterperioden angewiesen. Die jetzt verfügbare gute Datenlage verdanken wir kurioserweise dem legendär verregneten Sommer im letzten Jahr.“

Die fachlichen Grundlagen und technischen Voraussetzungen für das Vorhersagesystem werden im Rahmen der Abschlusskonferenz der BMBF-Fördermaßnahme ReWaM am 8. Mai 2018 von Frau Rouault vorgestellt.

Das vom Kompetenzzentrum Wasser Berlin koordinierte Vorhaben FLUSSHYGIENE ist Teil der BMBF-Fördermaßnahme „Regionales Wasserressourcen-Management für den nachhaltigen Gewässerschutz (ReWaM)“ im Förderschwerpunkt „Nachhaltiges Wassermanagement (NaWaM)“.

Am Vorhaben sind insgesamt 10 Verbundpartner aus Abwasserentsorgungsbetrieben, Forschungseinrichtungen, Universitäten, Verbänden und Behörden beteiligt.

Kontakt:
Kompetenzzentrum Wasser Berlin gGmbH
Dr.-Ing. Bodo Weigert, Sprecher
Dr.-Ing. Pascale Rouault, Dipl.-Ing. Wolfgang Seis, Projektkoordination FLUSSHYGIENE

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