Forscher der Jacobs University Bremen entdecken neue chemische Verbindungsklasse in Obst und Gemüse

Kaffeesäurederivate sind ein wichtiger Bestandteil des Kaffees und wirken sich positiv auf die menschliche Gesundheit aus. Sie tragen unter anderem zur Reduktion von Diabetes und von Herz-Kreislauferkrankungen bei. Diese Verbindungen finden sich nicht nur in Kaffee, sondern auch in fast allen Obst- und Gemüsearten. Chemisch sind sie immer an die Chinasäure gebunden und werden auch Chlorogensäuren genannt.

„Wir hatten schon seit längerem den Verdacht, dass es neben den Chlorogensäuren noch etwas Anderes gibt“, sagt Kuhnert. Und tatsächlich: Die Wissenschaftler entdeckten ein Derivat, also einen Stoff ähnlicher Struktur, der an Glukose gebunden ist. Detaillierte Untersuchungen und Quantifizierungen dieser Verbindungen wurden in 20 verschiedenen Beerenfrüchten und Nachtschattengewächsen durchgeführt. In fast allen diesen Nahrungsmitteln war die neue Verbindungsklasse enthalten, ihre genaue Synthese und Struktur wird in mehreren jüngst veröffentlichten wissenschaftlichen Aufsätzen erläutert.

Welche Anwendungsmöglichkeiten sich aus der Entdeckung ergeben könnten, ist offen. „Man kann davon ausgehen, dass die Verbindungsklasse ähnlich positive Gesundheitseffekte hat wie die aus dem Kaffee bekannten“, meint Kuhnert, der ihr ein „sehr, sehr großes Potenzial“ attestiert. „Wir haben den Anfang gemacht“, sagt er. Jetzt komme es in einem weiteren Schritt darauf an, die Wirkung der neuen Verbindungsklasse zu untersuchen.

Quellen:

Patras, M. A.; Jaiswal, R.; Kuhnert, N., Profiling and quantification of regioisomeric caffeoyl glucoses in Solanaceae vegetables. Food Chemistry 2017, 237, 659-666.

Patras, M. A.; Jaiswal, R.; McDougall, G. J.; Kuhnert, N., Profiling and Quantification of Regioisomeric Caffeoyl Glucoses in Berry Fruits. Journal of Agricultural and Food Chemistry 2018, 66 (5), 1096-1104.

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