Förderpreis zur Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen verliehen

Der DGPPN-Antistigma-Preis würdigt das Engagement von Personen, Institutionen oder Selbsthilfegruppen, die sich um die nachhaltige gesellschaftliche Integration von Menschen mit psychischen Erkrankungen besonders verdient gemacht haben. Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) vergibt den Preis in Verbindung mit der Stiftung für Seelische Gesundheit und dem Antistigma-Verein „Open the doors e.V.“ Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wird gestiftet von der Sanofi-Aventis Deutschland GmbH. Die DGPPN unterstützt den Preis mit 1.000 Euro. Der Preis wird auf beide Projekte zu gleichen Teilen verteilt.

Die Theatergruppe companie paradox e.V. aus Ravensburg zählt zu den diesjährigen Preisträgern. Neben Betroffenen und Mitarbeitern des Zentrums für Psychiatrie Südwürttemberg (ZfP) stehen auch interessierte Ravensburger Bürger auf der Bühne. Damit gelingt es, Vorurteile gegenüber psychisch kranken Menschen, aber auch gegenüber denen, die in der Psychiatrie arbeiten, abzubauen. So wird Theaterarbeit zur Antistigmaarbeit. Auch profitieren die psychisch kranken Laiendarsteller von therapeutischen Effekten der Theater-arbeit und entwickeln ein positiveres Selbstbild.

Die Arbeit der Theatergruppe von companie paradox e.V. überzeugte die Jury ebenso wie das Essener Projekt TANDEM (TAsk Force oN long Duration unemployment in Elderly people and mental Mental health). Im Rahmen dieses Projektes wird älteren langzeitarbeits-losen Menschen psychiatrisch-psychotherapeutische Unterstützung angeboten. In Schulungen und Trainings lernten Mitarbeiter von Jobcentern und anderen Arbeitsvermittlungsanbietern, wie sie Hinweise auf psychische Erkrankungen bei ihren Klienten erkennen und ansprechen können, um auf Hilfsangebote zu verweisen. Bei vielen älteren langzeitarbeitslosen Menschen konnte so erstmalig eine psychische Erkrankung festgestellt und behandelt werden, so dass oft auch eine Rückkehr in den ersten Arbeitsmarkt ermöglicht wurde. Das Projekt wird gemeinsam vom Jobcenter Essen mit der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des LVR-Klinikums Essen, Kliniken und Institut der Universi-tät Duisburg-Essen durchgeführt.

Kontakt:
Prof. Dr. med. Wolfgang Gaebel
Past-Präsident der DGPPN
Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Heinrich-Heine-Universität
Bergische Landstrasse 2
40629 Düsseldorf
Tel.: 0211/ 922-2000,
Fax: 0211/ 922-2020
E-Mail: wolfgang.gaebel@uni-duesseldorf.de

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