Fit bis ins hohe Alter – keine Frage des Gehirnjoggings

Dresden – Geistige Fitness bis ins hohe Alter wird nicht durch Gehirnjogging oder Sudoku-Lösen erreicht. Vor allem geistige und körperliche Aktivität, so berichtete der Dresdener Hirnforscher Prof. Gerd Kempermann vom DFG-Forschungszentrum für Regenerative Therapien bei der Tagung der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte (GDNÄ) in Dresden, erhalten das Gehirn bis ins hohe Alter flexibel. „Jogging ist besser als Gehirnjogging“, sagte Kempermann.
Bessere Gedächtnisleistungen dagegen lassen sich kaum durch Training erreichen, auch wenn sich im Gehirn von Erwachsenen ständig neue Gehirnzellen bilden.

Sudoku und anderes „Gehirntraining“ verbessere bestenfalls spezielle Einzelleistungen, habe aber keine Auswirkungen auf die gesamte Gehirnleistung. Eindeutig lasse sich dagegen die Flexibilität der Gehirnleistung bis ins hohe Alter durch Training aufrecht erhalten, also die Fähigkeit, sich auf neue Situationen und Fragestellungen schnell einzustellen. Das beste Training dafür seien vielseitige und verschiedenartige geistige Aktivitäten und regelmäßige körperliche Fitness.

Bei der GDNÄ-Tagung in Dresden, die am Dienstag zu Ende ging, debattierten rund 50 renommierte Wissenschaftler, darunter zwei Nobelpreisträger, vor rund 1.100 Teilnehmern über wichtige Zukunftsfragen der Menschheit unter dem Thema „Herausforderung Mensch – Energie, Ernährung, Gesundgeit“. Präsident war der Tübinger Mediziner Prof. Hans-Peter Zenner. Sein Amt übernimmt für die kommenden zwei Jahre der Dresdener Physiker Prof. Ludwig Schultz. Die GDNÄ sieht als ihre Hauptaufgabe, den Dialog zwischen den wissenschaftlichen Disziplinen, aber auch den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zu vermitteln. Sie setzt sie sich daher besonders auch für eine wirkungsvolle naturwissenschaftliche Bildung ein. Die Gesellschaft, die 1822 in Leipzig gegründet wurde, zählt zu den ältesten wissenschaftlichen Organisationen der Welt.

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(idw, 09/2010)

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