Firmen und Forschungseinrichtungen kooperieren für neue Tuberkulose-Medikamente

„Forschende Pharmafirmen zeigen damit ihre Entschlossenheit, in die Lösung drängender globaler Gesundheitsprobleme ihr wichtigstes Assett einzubringen – ihre Forschungsressourcen zur Erfindung neuer Medikamente.“ So kommentierte Birgit Fischer, Hauptgeschäftsführerin des Verbands der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa), die Initiative.

Beteiligen werden sich die Unternehmen AstraZeneca, Abbott, Bayer, Eli Lilly, GlaxoSmithKline, MSD und Sanofi. Mehrere davon sind bereits in anderen Projekten für neue Tuberkulose-Mittel engagiert. Bayer und Sanofi (Standort Frankfurt a.M.) werden Teile ihrer Substanzbibliotheken einbringen. Darin werden Millionen von Substanzen unterschiedlichster Molekülstruktur gelagert. Sollte eine dieser Verbindungen gegen Tuberkulose-Bakterien Wirkung zeigen, werden Forscher sie im Rahmen der Product Development Partnership chemisch so weiterentwickeln, dass sie die Erreger auch im menschlichen Körper zuverlässig erreicht und gut verträglich ist. Aussichtsreiche Wirkstoff-Kandidaten sollen dann ohne Ansprüche auf Marktexklusivität von jeder interessierten Einrichtung zu Medikamenten entwickelt und vertrieben werden können.

Seit rund zehn Jahren arbeitet die Pharmaindustrie wieder verstärkt an Tuberkulose-Medikamenten. Neun neue Medikamente werden derzeit in klinischen Studien erprobt, zwei sind sogar schon in den USA bzw. Europa zur Zulassung eingereicht. Da die Erreger jedoch auch gegen die neuen Medikamente wieder Resistenzen entwickeln können, und weil auch mit den neuen Mitteln die Therapie noch mehrere Monate dauern dürfte, ist ein Nachschub an neuen, schnell wirksamen Wirkstoffen wichtig. Der soll durch die Initiative TB Drug Accelerator (TBDA) nachhaltig gestärkt werden: Binnen fünf Jahren sollen fünf neue Tuberkulose-Medikamente in vorklinischen Tests sein.

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