Feste Abläufe und ein regelmäßiger Austausch

(djd). Schule kann anstrengend sein – speziell für Kinder mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Besonders stressig ist ein Schulwechsel. Das hat der ADHD Stress Survey, eine aktuelle, in sieben europäischen Ländern durchgeführte Elternbefragung ergeben, die auf der 108. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) im September 2012 vorgestellt wurde.

Eltern und Lehrer sind gefordert

Kinder und Jugendliche mit ADHS benötigen in der Schule und bei den Hausaufgaben besondere Unterstützung. Eltern und Lehrer sollten sich deshalb gut abstimmen, um dem Kind die richtigen Hilfestellungen zu geben. Besonders wichtig sind feste Strukturen und verlässliche Abläufe. Ein Sitzplatz mit wenig Ablenkung, regelmäßige Bewegungspausen und spezielle, mit dem Lehrer vereinbarte Zeichen können dem Kind im Unterricht helfen. Bei den Hausaufgaben sind die Eltern besonders gefordert: Kinder mit ADHS benötigen für die gleiche Menge Lernstoff meist deutlich mehr Zeit, Wiederholungen und Motivation als ihre Mitschüler. Dr. Myriam Menter vom Selbsthilfeverband ADHS Deutschland e.V. rät betroffenen Eltern: „Gehen Sie auf die Lehrer zu und tauschen Sie sich auch mit anderen Betroffenen aus, um von deren Erfahrung zu profitieren.“

Fünf Tipps für Betroffene

Wichtig ist es, die Lehrer einzubinden und sich mit ihnen regelmäßig auszutauschen. Ebenfalls gilt es, feste Abläufe zu etablieren, also beispielsweise eine Morgen- und Abendroutine mit festen Zeiten fürs Aufstehen, Anziehen oder Essen. Eine gute Vorbereitung und Planung gilt ebenfalls als hilfreich: Konkret bedeutet das, gemeinsam mit dem Kind Tages- und Wochenpläne zu erstellen. Auch die Schultasche sollte bereits am Vorabend gepackt werden. Zudem sollten Eltern klare Verhaltensregeln aufstellen, wie etwa konsequentes Lob für gutes Verhalten und unmittelbare Konsequenzen bei negativem Verhalten. Und es macht Sinn, Kontakt zu einer ADHS-Selbsthilfegruppe aufzunehmen und die Erfahrungen anderer Betroffener zu nutzen.

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