Felix Burda Award 2010 zum 2. Mal an DKFZ-Forscher

Der Felix Burda Award wird in fünf verschiedenen Kategorien vergeben. Ulrike Haug, Sabrina Hundt und Hermann Brenner aus der Abteilung Klinische Epidemiologie und Alternsforschung im Deutschen Krebsforschungszentrum erhielten den mit 10.000 Euro dotierten Preis in der Kategorie "Medical Prevention" für ein Projekt zur Bewertung neuer Stuhltests zur Darmkrebsfrüherkennung. Die Forscher hatten verschiedene immunologische Tests auf Blut im Stuhl sowie einen enzymatischen Test auf ihre diagnostische Aussagekraft überprüft. Das Ziel war herauszufinden, welches der Verfahren sich zur Darmkrebsfrüherkennung eignet.

Die Krankenkassen bieten in Deutschland allen Versicherten vom 50. Lebensjahr an einen kostenfreien Test auf okkultes Blut im Stuhl an, der Hinweise auf Darmkrebs geben kann. Durch die bisher angebotenen Tests werden Darmkrebsvorstufen jedoch nur sehr unzuverlässig erkannt. Darüber hinaus haben die Versicherten ab dem 55. Lebensjahr Anspruch auf eine Darmspiegelung. Dabei werden Krebsvorstufen mit großer Sicherheit entdeckt, jedoch nehmen nur rund 30 Prozent aller Berechtigten dieses Angebot auch an. "Daher sind die Tests auf Blut im Stuhl trotz allem wichtig, denn die Bereitschaft, einen einfachen Labortest durchführen zu lassen, ist deutlich höher. Wir brauchen aber Tests, die Darmkrebsvorstufen besser erkennen", erklärt Professor Hermann Brenner.

In den letzten Jahren wurden hierfür neue immunologische Verfahren entwickelt. Um diese zu bewerten, untersuchten die DKFZ-Forscher in den Jahren 2006 und 2007 Stuhlproben von 1319 Menschen, die sich zu einer Darmspiegelung angemeldet hatten. Alle Proben wurden mit dem herkömmlichen Test auf Blut im Stuhl, mit sechs verschiedenen immunologischen Tests auf Blut im Stuhl sowie mit dem Test auf Tumor M2PK untersucht. Die Ergebnisse wurden anschließend mit den Resultaten der Darmspiegelung abgeglichen.

Alle immunologischen Tests entdeckten Darmkrebsvorstufen sehr viel häufiger als der herkömmliche Test auf Blut im Stuhl. Allerdings zeigten einige darunter noch zu häufig falsch positive Ergebnisse an. Vor einem breiten Einsatz zur Darmkrebsfrüherkennung müsste bei diesen Tests die Empfindlichkeitsschwelle noch korrigiert werden. Entsprechende Untersuchungen haben die DKFZ Forscher zwischenzeitlich eingeleitet. Der Test auf Tumor M2-PK dagegen, so das Fazit der Forscher, ist nur sehr begrenzt in der Lage anzuzeigen, ob Krebsvorstufen vorhanden sind oder nicht.

"Mit der Untersuchung wollen wir einen Beitrag leisten, um zu klären, welche Tests auf Blut im Stuhl von den gesetzlichen Krankenkassen als Vorsorgeleistung erstattet werden sollten und welche weiteren Vorarbeiten hierfür noch erforderlich sind", erläutert Professor Hermann Brenner die Ziele seiner Forschung.

Ein Bild von der Preisverleihung steht im Internet zur Verfügung unter:
http://www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2010/images/Burda.jpg
(v.l.n.r.: Prof. Dr. Hermann Brenner, Dr. Ulrike Haug, Dr. Sabrina Hundt, Prof. Dr. Wolff Schmiegel)
Bildquelle: Felix Burda Stiftung

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland und Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren. Über 2.000 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, davon 850 Wissenschaftler, erforschen die Mechanismen der Krebsentstehung und arbeiten an der Erfassung von Krebsrisikofaktoren. Sie liefern die Grundlagen für die Entwicklung neuer Ansätze in der Vorbeugung, Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen. Daneben klären die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Krebsinformationsdienstes (KID) Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs auf. Das Zentrum wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert.
(idw, 04/2010)

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