Feldtag zu Einkorn, Emmer, Dinkel: Jubiläumsbrot, Backtipps & Geschmackpotenzial von Urgetreide

Von vergessenen Exoten zu beliebten Alternativen zum modernen Brotweizen: Die Urgetreidearten Einkorn, Emmer und Dinkel finden immer häufiger ihren Weg in die Backstuben und zu den Kunden. Am Feldtag Urgetreide der Universität Hohenheim und des Landesinnungsverbands für das Württembergische Bäckerhandwerk in Stuttgart diskutieren Experten aus den Bereichen Landwirtschaft, Agrarproduktion, Züchtung, Müllerei, Bäckerei und Frühstückscerealien die Chancen und Möglichkeiten von Urgetreide. Neben einer Feldbesichtigung werden auch Produkte aus Einkorn, Emmer und Dinkel gezeigt und können vor Ort vom Fachpublikum verköstigt werden. Anmeldungen zum Feldtag Urgetreide per Fax an die Pressestelle der Universität Hohenheim.

Wie kann das Geschmackspotenzial von Urgetreidearten kommuniziert werden, wie gelingen Backwaren aus Einkorn, Emmer und Dinkel am besten und wie gesund sind sie im Vergleich zum modernen Brotweizen – diese und viele andere Themen diskutieren und demonstrieren Experten auf dem diesjährigen Feldtag der Universität Hohenheim zu den alten Weizenarten Einkorn, Emmer und Dinkel.

Ein Symbol, das die 200-jährige Getreideforschung der Universität Hohenheim in sich vereint, ist das Jubiläumsbrot. Hohenheimer Getreidewissenschaftlern haben es zusammen mit der Familienbäckerei Treiber speziell für das Jubiläumsjahr entwickelt. Teilnehmer der Pressekonferenz können sich bei einer Verköstigung selbst vom Geschmack überzeugen.

„Das Hohenheimer Jubiläumsbrot ist ein handwerklich hergestelltes Vollkornbrot aus Dinkel, Weizen, Roggen und Emmer“, lüftet Treiber-Geschäftsführerin Katharina Fischer das Geheimnis. „Außerdem enthält es Natursauerteig und eiweißreichen Biertreber.“

Nach der Pressekonferenz mit Verköstigung des Jubiläumsbrotes führt PD Dr. Friedrich Longin von der Landessaatzuchtanstalt der Universität Hohenheim die Besucher durch die Versuchsfelder der Universität. „Die Universität Hohenheim forscht an neuen und verbesserten Methoden, damit Einkorn, Emmer und Dinkel besser wachsen und so für die Landwirte attraktiver werden. Außerdem suchen wir nach Möglichkeiten, damit sich die Urweizensorten auch gut verarbeiten lassen.“

Als besonderes Highlight warten am Ende des Fachtages Edeldestillate aus Einkorn, Emmer und Dinkel von der Hohenheimer Lehr- und Versuchsbrennerei sowie vom Berghof Rabel.

Das Programm des Feldtages Urgetreide 2018 an der Universität Hohenheim

12:00 – 12:30 Uhr: Vorstellung Jubiläumsbrote & Pressekonferenz
• Bernd Kütscher, Leiter der Akademie des Deutschen Bäckerhandwerkes in Weinheim
• Prof. Fred Brouns, Universität Maastricht
• Katharina Fischer, Geschäftsführerin Bäckerei Treiber
• Andreas Kofler vom Landesinnungsverband für das Württembergische Bäckerhandwerk
• PD Dr. Friedrich Longin, Leiter Arbeitsgebiet Weizen der Landessaatzuchtanstalt der Universität Hohenheim

13:00 – 13:15 Uhr: Start des Fachtages & Begrüßung

13:15 – 14:30 Uhr: Kurzvorträge & Diskussion
• Urgetreidefilm CSM (4 Minuten)
• Urgetreide als Chance für innovative Bäcker – Kommunikation des Geschmackpotentials (Bernd Kütscher)
• Wie gelingen Backwaren mit Urgetreide – Tipps und Rezepte (Siegfried Brenneis)
• Moderner Brotweizen versus Urgetreide Einkorn, Emmer und Dinkel – Unterschiede bei Inhaltsstoffen und Gesundheit? (Prof. Fred Brouns)

14:30 – 15:00 Uhr: Pause
15:00 – 16:00 Uhr: Feld-Demonstrationen
• Wie sieht Einkorn, Emmer und Dinkel im Feld aus und was muss der Landwirt & Müller beachten? – Besichtigung der Versuchsfelder der Universität Hohenheim (PD Dr. F. Longin)

Ab 13:00 Uhr: Vorführung von Produkten mit Einkorn, Emmer und Dinkel & Networking
• Landesinnungsverband für das württembergische Bäckerhandwerk e.V.
• Bäckerei Treiber
• Schapfenmühle Ulm – neue Backwaren aus Emmer und Dinkel
• Schnitzer GmbH & Co. KG – Biovollkornbackwaren aus Einkorn, Emmer und Dinkel
• CSM – Urgetreidespezialitäten
• AlbGold
• Streckel & Schrader

16:00 Uhr: Edeldestillate aus Urgetreide
• Tipps und Probiererle der Lehr- und Forschungsbrennerei der Universität Hohenheim
• Dinkel-Whiskey und weitere Produkte – Berghof Rabel

Hintergrund: 200 Jahre Universität Hohenheim

Mit einer Sprengkraft von 170.000 Hiroshima-Bomben brach der Vulkan Tambora am 10. April 1815 in Indonesien aus. Tonnen von Asche- und Staubpartikel verdunkelten weltweit den Himmel. So sehr, dass der Sommer 1816 ausfiel, Ernten verdarben und Hungersnöte grassierten. Als Schlüssel zum Überleben investierten König Wilhelm von Württemberg und Königin Katharina in Bildung und Forschung: Sie gründeten am 20. November 1818 in Hohenheim die „Landwirtschaftliche Unterrichts-, Versuchs- und Musteranstalt“ – die Vorläuferin der heutigen Universität.

200 Jahre später folgt die Universität Hohenheim ihrem Gründungsauftrag, durch Forschung und Lehre Beiträge zur Lösung globaler Herausforderungen zu liefern. Im Jubiläumsjahr 2018 feiert sie das mit über 150 Veranstaltungen. Themen wie Ernährung und Gesundheit, Klima, Wasser und Ökosysteme, soziale Ungleichheit oder Bioökonomie spielen dabei ebenso eine Rolle wie die kulturellen Aspekte des Campuslebens. Programm und Infos unter www.uni-hohenheim.de/jubilaeum2018 und #hohenheim200 auf Facebook, Instagram und Twitter.

Kontakt für Medien
PD Dr. Friedrich Longin, Universität Hohenheim, Landessaatzuchtanstalt, Arbeitsgebiet Weizen
T 0711 459 23846, E friedrich.longin@uni-hohenheim.de

Text: C. Schmid

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