Feiern, bis der Chemiker kommt – Partydrogen auf der Technoparty analysieren

Wenn die Technoparty beginnt, fahren Daniel Allemann und seine Kollegen mit ihrem weißen Lieferwagen vor und laden ihre Ausrüstung aus: vier metallene Rollwagen mit Analysegeräten, Lösemitteln, einer Plastikkiste voll Chemikalien und einem Computer. Die Pharmazeuten des Kantonsapothekeramts Bern untersuchen bis zu sechs Pillen pro Stunde auf ihre Zusammensetzung.
Mit im Einsatz sind Sozialarbeiter von Jugendberatungen und Suchtarbeitsgruppen. Sie beraten die Jugendlichen und ermitteln mit Fragebögen, wie oft die Partygänger welche Drogen schlucken. Das mobile Labor informiert hinterher darüber, ob die Tabletten erhöhte Dosierungen oder unbekannte Wirkstoffe enthielten, und warnt die Betroffenen. Das Ziel des Projekts: neue Trends und Substanzen erfassen und das Konsumverhalten der Jugendlichen beobachten. So können die Sozialarbeiter gezielter aufklären und beraten.
Die häufigste Partydroge in der Schweiz ist zurzeit Ecstasy, gefolgt von Amphetaminen und Kokain. In den letzten Jahren enthielten viele Ecstasy-Tabletten weitere Stoffe. Auch die Kokainproben sind häufig gestreckt, beispielsweise mit dem nierenschädigenden Schmerzmittel Phenacetin und dem Antiwurmmittel Levamisol, welches das Immunsystem verändert.
Über ihr mobiles Labor berichten Daniel Allemann und seine Kollegen vom Kantonsapothekeramt Bern. Die PDF-Datei des Beitrags gibt es bei der Redaktion der „Nachrichten aus der Chemie“ unter nachrichten@gdch.de.
Etwa 80.000 anspruchsvolle Chemiker und Chemikerinnen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Lehre informieren sich mit den „Nachrichten aus der Chemie“ über Entwicklungen in der Chemie, in angrenzenden Wissenschaften sowie über gesellschaftliche und wirtschaftliche Aspekte. Kennzeichen der Zeitschrift der Gesellschaft Deutscher Chemiker sind das breite Spektrum der Berichte, das einmalige Informationsangebot an Personalien, Veranstaltungs- und Fortbildungsterminen sowie der große Stellenmarkt.

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