Feierliche Übergabe des Zentrums für Integrative Infektionsforschung (CIID)

Der Neubau des Zentrums für Integrative Infektionsforschung – Center for Integrative Infectious Disease Research (CIID) – ist fertig. Dank optimaler Infrastruktur und Laborflächen mit hoher Sicherheitsstufe bietet das neue Gebäude auf dem Campus im Neuenheimer Feld beste Bedingungen für die Infektionsforschung, ein ausgewiesener Schwerpunkt an Medizinscher Fakultät Heidelberg und Universitätsklinikum. Ziel ist es, Viren- und Parasiteninfektionen besser zu verstehen und zu kontrollieren. Der vierstöckige Neubau ist mit den Räumlichkeiten des Zentrums für Infektiologie des Universitätsklinikums Heidelberg direkt verbunden. Die Hälfte der Kosten für den Neubau von insgesamt 21,5 Millionen trägt der Bund, den verbleibenden Betrag teilen sich Universitätsklinikum und Land Baden-Württemberg.

Finanzstaatssekretärin Gisela Splett hat am Montag, 13. November, gemeinsam mit Wissenschaftsministerin Theresia Bauer den Neubau an die Universität Heidelberg übergeben. „Das neue Zentrum für Integrative Infektionsforschung schafft mit seiner hochmodernen Mikroskopie-Infrastruktur sowie den Sicherheitslaboren ein exzellentes Umfeld, um von Heidelberg aus die Erforschung hoch-infektiöser Erreger, wie Hepatitis, HIV, Zika, Virusgrippe oder Malaria, maßgeblich voranzubringen. Damit leistet Baden-Württemberg einen maßgeblich Beitrag auf diesem Forschungsgebiet“, so Wissenschaftsministerin Theresia Bauer.

„Im Zusammenwirken von Universität Heidelberg und Universitätsklinikum ist es uns gelungen, auf dem Campus Im Neuenheimer Feld an der Schnittstelle von den Lebenswissenschaften zu den anderen Naturwissenschaften einen international ausstrahlenden Kompetenzschwerpunkt zu schaffen. Für die bereits jetzt herausragende Infektionsbiologie wird mit dem neuen Gebäude für Forschung, Lehre und letztlich für die Qualität der medizinischen Versorgung eine Landmarke in einem exzellenten wissenschaftlichen Umfeld entstehen“, sagte Professor Dr. Bernhard Eitel, Rektor der Universität Heidelberg.

Grundlagenforschung und klinische Medizin arbeiten Seite an Seite

Der neue Forschungsbau bietet eine Hauptnutzfläche von 2.734 Quadratmetern und umfasst Räume der Sicherheitsstufe 2 und 3; insbesondere die S3-Laborflächen wurden wesentlich erweitert. Diese bieten geschützte Bedingungen für die Forschungsarbeit an Mikroorganismen, die zu schweren Erkrankungen führen können, wie z.B. Hepatitis-, Dengue- oder HI-Viren. Im Fokus der wissenschaftlichen Arbeiten im neuen Zentrum stehen die Wechselbeziehungen zwischen Krankheitserregern und Wirt: Wie läuft die Infektion ab? Wie können Wirkstoffe diese verhindern? „Auf Einzelzell-Ebene und in Modellsystemen sind viele dieser Fragen bereits gut untersucht oder stehen im Blickpunkt aktueller Forschung an vielen Orten“, erklärte Professor Dr. Hans-Georg Kräusslich, Sprecher des Zentrums für Infektiologie am Universitätsklinikum Heidelberg. „Unser Ziel ist es jedoch, den Infektions- und Krankheitsverlauf in komplexen Organsystemen oder sogar im lebenden Organismus zu verstehen.“

Die Heidelberger erforschen experimentelle Zwischenebenen und methodische Entwicklungen, mit denen sich darstellen lässt, wie sich Viren und Parasiten ausbreiten und Krankheiten hervorrufen. Diese Erkenntnisse werden in mathematische Modelle übersetzt, die wiederum helfen sollen, die hochkomplexen Prozesse genauer zu verstehen.

Bis zu 25 Gruppen mit rund 150 Mitarbeitern werden in das Forschungsgebäude einziehen. Die meisten sind Mitglied im Deutschen Zentrum für Infektionsforschung. „Das CIID ist direkt mit der tropenmedizinischen Ambulanz und den diagnostischen Einrichtungen des benachbarten Zentrums für Infektiologie verbunden. Davon werden sowohl Grundlagen- als auch translationale und klinische Forschung profitieren“, betonte Professor Dr. Wolfgang Herzog, Dekan der Medizinischen Fakultät Heidelberg. „Der Neubau schafft die dringend benötigten Flächen für zukunftsweisendes interdisziplinäres Arbeiten.“

Den Architektenwettbewerb hatte die Dortmunder Gerber Architekten GmbH für sich entscheiden können. „Den Architekten ist es hervorragend gelungen, das neue Gebäude in den bestehenden Gebäudekomplex des Theoretikums einzubinden“, sagte Jürgen Odszuck, Erster Bürgermeister der Stadt Heidelberg.

Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg: Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang

Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 13.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit fast 2.000 Betten werden jährlich rund 65.000 Patienten vollstationär, 56.000 mal Patienten teilstationär und mehr als 1.000.000 mal Patienten ambulant behandelt. Gemeinsam mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum und der Deutschen Krebshilfe hat das Universitätsklinikum Heidelberg das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg etabliert, das führende onkologische Spitzenzentrum in Deutschland. Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit studieren ca. 3.700 angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg.

www.klinikum-heidelberg.de

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