Fehlende Fachkräfte im Krankenhaus – wird der Pflegenotstand jetzt politisch gelöst?

Palliativversorgung, Dekubitus, Durchgangssyndrom: Pflege, Krebserkrankungen

Deutsche Krankenhäuser und Kliniken leiden seit Langem unter Fachkräftemangel. Von Experten wird derzeit vor einer drohenden Pflegekatastrophe gewarnt, falls sich am System in absehbarer Zeit nichts ändert. Die Jobs in der Pflege verlieren zunehmend an Attraktivität. Welche Änderungen sind notwendig, um die Gesundheitsversorgung funktionsfähig zu halten?

Pflegenotstand – Verbesserung der pflegerischen Versorgung notwendig

Viele Patienten können nicht ausreichend versorgt werden, weil es am Fachpersonal in der Krankenpflege mangelt. Der Gewerkschaft ver.di zufolge fehlen mindestens 70.000 Fachkräfte im klinischen Bereich. Demnach muss die kostenintensive medizinische und pflegerische Versorgung in Deutschland dringend verbessert werden. In Kliniken und Heimen müssen sich derzeit zu wenig Pflegekräfte um die Menschen kümmern. Viele Patienten, die nicht in einem Pflegeheim untergebracht werden können, würden von einer häuslichen Pflege profitieren. Von privaten Dienstleistern wird eine qualifizierte 24-Stunden-Betreuung durch Pflegekräfte und Haushaltshilfen aus Polen angeboten. Weitere Informationen über das Betreuungskonzept und zur Seite von prosenior-betreuung.de finden sich im Internet. Die Gründe für den akuten Fachkräftemangel in der Pflege liegen hauptsächlich in der mangelnden Bezahlung und fehlender Anerkennung. Gemäß einer aktuellen Studie werden bis zum Jahr 2030 in Deutschland voraussichtlich mehr als 500.000 Vollzeitpflegekräfte fehlen. Der Pflegenotstand führt bereits jetzt zu extremen Belastungen für Krankenschwestern und Pfleger. Das Pflegepersonal leidet neben den hohen körperlichen Belastungen durch Drehen und Heben der Pflegebedürftigen vermehrt unter einem stetig wachsenden Druck bedingt durch zu hohe Anforderungen. Aufgrund körperlicher und seelischer Überlastung ist fast ein Drittel der Pfleger gezwungen, die Tätigkeit vor Eintritt ins Rentenalter aufzugeben. Innerhalb der kommenden 50 Jahre soll sich zudem die Anzahl der Pflegebedürftigen verdoppeln.

Attraktivität der Pflegeberufe erhöhen

Von Politikern und Gesundheitsexperten wird nun erwartet, dass notwendige Veränderungen in der Pflege durchgesetzt werden. Dabei muss bedacht werden, dass Pflegeberufe zu den Berufsgruppen mit dem höchsten Berufsunfähigkeitsrisiko zählen. Viele Versicherungen lehnen einen Versicherungsschutz für Pfleger ab, da mit hohen Ausfallzeiten durch körperliche und psychische Erkrankungen gerechnet werden muss. Gleichzeitig werden gesunde und motivierte Pflegekräfte dringend benötigt. Der anstrengende Pflegeberuf beansprucht Körper und Psyche gleichermaßen. Durch eine Erhöhung des Personalstands könnten die Belastungen gleichmäßig verteilt und Überstunden abgebaut werden. Die Personaldecke der meisten Krankenhäuser ist allerdings dünn. Ausfälle durch Urlaub und Krankheit können nur durch Überstunden ausgeglichen werden, die wiederum zu Stress und Überarbeitung beim Pflegepersonal führen. Mit einem sogenannten Sofortprogramm will die Bundesregierung nun mindestens 8.000 Fachkräfte für die Betreuung von Patienten in Pflegeheimen bereitstellen. Gleichzeitig soll die Tarifbindung in den Einrichtungen verbessert werden, um eine angemessene Bezahlung der Pflegemitarbeiter zu gewährleisten. Das Problem des Pflegenotstands in Deutschland wird durch diese Maßnahme allein jedoch nicht gelöst. Langfristig können nur höhere Gehälter für eine größere Attraktivität der Pflegeberufe sorgen und Schulabgänger für die Pflegeausbildung interessieren. Neben der ungenügenden Bezahlung stellen auch die schwierigen Arbeitsbedingungen in vielen Heimen ein weiteres Problem dar, das gelöst werden muss. Zu den hohen körperlichen und seelischen Belastungen kommen in der Mehrzahl der Pflegeberufe Nachtschichten und Sonntagsdienste. In vielen Krankenhäusern sind Schwestern und Pfleger gezwungen, bis zu zehn Tage ohne einen freien Tag zu arbeiten. Bei den Schulabgängern rangieren Berufe im Gesundheitsbereich mittlerweile auf einer Skala der beliebtesten Ausbildungsberufe ganz am Schluss. Bedingt durch den unattraktiven Schichtdienst, Stress und ständige Überlastung entscheiden sich immer weniger Schulabsolventen für eine Karriere im Krankenhaus oder im Pflegeheim. Der seit dem Jahr 2000 herrschende Personalmangel in den Kliniken beruht zudem weitgehend auf dem unausgewogenen Finanzierungssystem von Heimen und Sozialstationen.

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