FBA Index 2016: Deutschland unter den Top 3 der attraktivsten Märkte für Lebensmittelexporte

München/Barcelona, 25 Mai 2016. Eine gerade veröffentlichte Studie der IESE Business School in Kooperation mit der Unternehmensberatung Deloitte identifiziert die attraktivsten Märkte für Lebensmittelexporteure. Deutschland konnte sich auf Platz 3 halten, unter anderem aufgrund seiner traditionell starken Mittelschicht sowie stabiler rechtlicher Rahmenbedingungen. Europa insgesamt zählt mit 5 Ländern unter den Top 10 des IESE Food and Beverage Attractiveness (FBA) Index 2016 weiter zu den wichtigsten Zielmärkten. Neu ist, dass China erstmalig die Vereinigten Staaten von Amerika als attraktivsten Markt für Lebensmittelexporte schlägt.

Der IESE FBA Index, entwickelt von IESE-Professor Jaume Llopis, ist Teil der Studie „IESE Vademecum on Food and Beverage Markets 2016“, die insgesamt 82 Märkte weltweit auf ihr Potential hinsichtlich des Lebensmittelsektors analysiert. Der Report erscheint im vierten Jahr und hat sich zu einem wichtigen Werkzeug für Lebensmittel exportierende Unternehmen entwickelt. Der FBA Index analysiert die Marktstrukturen anhand von 6 Indikatoren, darunter Bevölkerungsstruktur, Konsumausgaben sowie wirtschaftliche und rechtliche Rahmenbedingungen. Die Datenbasis dafür stammt unter anderem von der Weltbank, dem Internationalem Währungsfonds und dem Euromonitor International.

Chinas Aufstieg an die Spitze der Rangliste ist bedingt durch die hohe Einwohnerzahl von 1,37 Milliarden, insbesondere aber durch das Konsumverhalten der wachsenden Mittelschicht. Diese wuchs im Untersuchungszeitraum von 2014 bis 2015 um 11 Prozent. Überdies verbesserten sich auch Rechtssicherheit und Rahmenbedingungen für den Handel. Zugleich stiegen die staatlichen Ausgaben pro Einwohner im Untersuchungszeitraum um 26 Prozent. Die anhaltende Urbanisierung sowie wirtschaftliche Expansion des Landes lässt erwarten, dass China auch langfristig zu den drei führenden Importeuren von Lebensmitteln zählen wird.

Die USA bleiben, obgleich sie die Spitzenposition abgegeben haben, mit einem Volumen von 120.556 Millionen US-Dollar im Jahr 2015 weiterhin einer der wichtigsten globalen Importeure. Sie stehen bei der Bevölkerungszahl auf Platz 3 weltweit und bei den Rahmenbedingungen für den Handel auf Platz 7.

Deutschland hält seine Position als einflussreicher Lebensmittelimporteur mit derzeit 77.211 Millionen Dollar Volumen jährlich dank seiner starken Mittelschicht (mehr als 82 Prozent aller Haushalte) und einem stabilen, transparenten Rechtsrahmen. Auf Platz 4 steht der Schwellenmarkt Indien mit einer Bevölkerung von 1,27 Milliarden und einem Anstieg von Mittelschichtshaushalten um 16 Prozent. Auf Platz 5 folgt Großbritannien mit einem Importvolumen von 60.300 Millionen Dollar.

Interessante Entwicklungen sehen die Studienautoren in Hong Kong und Südkorea auf Platz 11 und 17 respektive Mexiko auf Platz 19 und Singapur auf Platz 27. Negativ entwickelt sich dagegen derzeit Russland, das aufgrund des Ukrainekonflikts und der damit verbundenen Sanktionen und Gegensanktionen von Platz 9 auf Platz 20 fiel.

„Internationalisierung wird weiterhin der wichtigste Hebel für Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum im Lebensmittelsektor sein“, so Jaume Llopis, Professor für Strategisches Management an der IESE Business School. Insbesondere Mittelständler müssten sich hier noch bewegen. „Unternehmen müssen die Größenordnung und Bedeutung der Szenarien verstehen, für die sie ihre Internationalisierungsstrategien formulieren und umsetzen wollen“.

Weitere Details aus der Studie finden sich in der Management Review IESE Insight:

Eine 56-seitige Version der Studie „Vademecum on Food and Beverage Markets 2016“ steht online:

Über IESE

Die IESE Business School gehört mit Standorten in Barcelona, Madrid, München, New York City und São Paulo zu den führenden Business Schools der Welt. Vor mehr als 50 Jahren brachte sie als Vorreiterin in der Ausbildung von Führungskräften „Executive Education“ nach Europa. IESE unterscheidet sich von anderen Bildungsinstitutionen durch ihren ganzheitlichen Managementansatz, ihre ausgesprochen internationale Ausrichtung sowie einen unmittelbaren Praxisbezug. Mehr als 110 Vollzeit-Professoren lehren heute in IESE-Programmen auf fünf Kontinenten. In Deutschland bietet die Business School seit elf Jahren Programme für die oberste Führungsebene an (AMP Munich), seit vier Jahren für die zweite Führungsebene (PMD Munich). Seit Sommer 2015 führt IESE diese und andere Programme am eigenen Campus in München durch. Mehr Info unter www.iese.edu

Im gerade erschienenen Executive Education Ranking der Financial Times 2016 steht die IESE Business School erneut weltweit an erster Stelle.

Weitere Informationen:

Dorothee von Canstein
Head of Communications
IESE Business School Munich
Tel. +49 (0)89 24209790
Mobil +49 (0) 173 6101255

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