FAU-Forscher bestimmen Rückfallrisiko für Krebspatienten auf neue Art

Nach der erfolgreichen operativen Entfernung eines Tumors kann der Krebs noch Jahre später wieder auftreten. Das individuelle Risiko für einen Rückfall ist sehr unterschiedlich und rückt deshalb immer stärker in den Fokus der behandelnden Ärzte. Ein Hauptziel ist die Erkennung von sogenannten Mikrometastasen, die nach der Operation im Patienten verbleiben und mit den aktuellen Diagnosetechniken nicht aufzufinden sind. Bestimmte Biomoleküle im Blut, die auf einen Tumor hindeuten können – so genannte Tumormarker – sind aufgrund der geringen Größe der Mikrometastasen einfach zu niedrig konzentriert, um sie nachweisen zu können. So bleiben die bösartigen Zellhaufen jahrelang unentdeckt, bevor sie zu wachsen beginnen und mitunter in kurzer Zeit eine gefährliche Größe erreichen.

Die Erlanger Forscher wollen nun nach neuen Wegen suchen, die winzigen Krebsgeschwüre aufzuspüren. Ihr Ansatz: Im Blut von Hautkrebspatienten, die nach einer Tumoroperation weiterhin als Risikopatienten eingestuft wurden, haben sie eine hohe Konzentration sogenannter extrazellulärer Vesikel gefunden. Vesikel sind sehr kleine Tröpfchen, die von einer Membran umhüllt sind und von Zellen ins umliegende Gewebe abgegeben werden. Die Wissenschaftler vermuten, dass die Vesikel entstehen, wenn Immunzellen gegen Tumorzellen kämpfen. Schon in kleinen Mengen – und damit in einem frühen Stadium des Tumorwachstums – sind Vesikel im Blut nachweisbar. Deshalb wollen die Forscher nun Methoden entwickeln, um Vesikel genauer zu charakterisieren und ihre Zahl zu messen und so das individuelle Risiko der Patienten zu bestimmen, wieder an Krebs zu erkranken.

Ansprechpartner für die Medien:
Prof. Dr. Julio Vera González (in Englisch)
Tel.: 09131/85-45876
julio.vera-gonzalez@uk-erlangen.de

Prof. Dr. Andreas Baur
Tel.: 09131/85-39534
andreas.baur@uk-erlangen.de

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