Faszination Weltraum

Welche Auswirkungen hat die Schwerelosigkeit auf den menschlichen Körper und welche Schlüsse können wir daraus für unser Leben in Schwerkraft auf der Erde ziehen? Dieser Frage nehmen sich die Wissenschaftler der Deutschen Sporthochschule Köln, gefördert vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, schon seit 25 Jahren an.Mit der Gründung des Zentrums für integrative Physiologie im Weltraum (ZiP) wird diese Kooperation nun intensiviert. Die offizielle Gründungsveranstaltung fand heute im Senatssaal der Deutschen Sporthochschule statt.

Im Rahmen des Nationalen Raumfahrtprogramms unterstützt die DLR Raumfahrt-Agentur die Experimente der Sporthochschule, denn die Forschung unter Weltraumbedingungen ist ein zentraler Baustein des Programms. „Mit der Gründung von ZiP können wir die integrative Physiologie und Leistungsfähigkeit des Menschen als Normalbürger, als Leistungssportler und als Astronaut sowie im Alter erforschen“, betonte Professor Günter Ruyters, Programmleiter Biowissenschaften in der DLR Raumfahrt-Agentur. So soll die Kooperation weiterhin deutsche Forschung vorantreiben und Experimente zum Beispiel auf der Internationalen Raumsstation ISS, auf Parabelflügen und in Simulationen wie der Isolationsstudie Mars500 möglich machen.

Sechs neue Experimente der Kölner Sportuniversität sind kürzlich im internationalen Wettbewerb ausgewählt worden. Darunter befinden sich Versuchsreihen zum Einfluss der Schwerelosigkeit auf die Knorpelmorphologie und zu metabolischen und kardiovaskulären Belastungen im Weltraum, die beide in den nächsten Jahren auf der ISS durchgeführt werden.

Das ZiP bildet neben dem DLR Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin in Köln-Porz und dem Zentrum für Weltraummedizin (ZWMB) an der Berliner Charité die dritte Säule der Raumfahrtmedizin in Deutschland. „Dies fördert Konkurrenz und Kooperation, weil sich einerseits alle drei Zentren intensiv mit der Anpassung der physiologischen Systeme des Menschen an Schwerelosigkeit und weitere extreme Bedingungen befassen, andererseits aber unterschiedliche spezifische Schwerpunkte setzen“, erklärte Ruyters das Prinzip dieser wissenschaftlichen Trias.

„Die enge Kooperation mit der Deutschen Sporthochschule Köln wird neues Wissen über die Adaptation physiologischer Systeme an den Aufenthalt des Menschen im Weltraum und analogen Umgebungen zu Tage fördern“, so Ruyters. Dazu ist es notwendig, das komplexe Wechselspiel von physiologischen und psychologischen Parametern zu betrachten. Die Erfassung der Auswirkungen auf zellulärer Ebene und einzelner Systeme alleine reicht hierzu nicht mehr aus. „Wie keine andere Wissenschaft erscheint hierfür die Sportwissenschaft in ihrer methodischen und inhaltlichen Vielfältigkeit geeignet“, betonte Dr. Stefan Schneider, Mitarbeiter im Institut für Bewegungs- und Neurowissenschaft der DSHS und Sprecher des ZiP.

Weitere Infos:
www.dshs-koeln.de/zip
Dr. Stefan Schneider
Tel.: 0221 4982-7510
E-Mail: schneider@dshs-koeln.de

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(idw, 09/2010)

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