Familientherapie: Angehörige in Patientenbehandlungen einbeziehen spart Kosten

Daten amerikanischer Versicherungsgesellschaften und aus dem staatlichen Gesundheitsdienst belegen, dass familientherapeutische Maßnahmen zum Beispiel die Zahl der Arztbesuche verringern, insbesondere bei Menschen mit sehr häufiger Arztnutzung. Systemische Familientherapie sei wirksam – auch bei schweren Erkrankungen und schwer erreichbaren Patientengruppen – und gleichzeitig sei sie kostengünstig. Da waren Crane und die weiteren Therapieforscher aus Europa sich einig. Professorin Maria Borcsa, Präsidentin der europäischen Familientherapieorganisation EFTA, stellte die Rolle der Systemischen Therapie in den Gesundheitssystemen der europäischen Länder vor. Für die rund 300 Teilnehmer aus 23 Ländern Europas und den USA war schwer verständlich, dass Deutschland im europäischen Vergleich die Psychotherapie zwar am großzügigsten öffentlich finanziert, gleichzeitig aber am höchsten staatlich reguliert, so dass bisher systemische Familientherapie als ambulante Leistung nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt wird.

„Deutschland ist das einzige Land von 36 Staaten in Europa, in dem die Systemische Therapie den anderen wissenschaftlich anerkannten Therapieverfahren bei der Finanzierung im Gesundheitswesen nicht gleichgestellt ist,“ fasst der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF) Dr. Björn Enno Hermans zusammen. „Das spricht für sich – Systemische Therapie wirkt und spart und muss auch in Deutschland der Bevölkerung endlich als Kassenleistung zur Verfügung stehen.“

Veranstalter der Tagung war das Institut für Medizinische Psychologie der Universität Heidelberg in Kooperation mit der EFTA und den deutschen systemischen Gesellschaften DGSF und Systemische Gesellschaft (SG) sowie dem Helm Stierlin Institut, Heidelberg.

verantwortlich:
Bernhard Schorn, DGSF
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