Fachtagung „Arme Jugend. Generation Zukunft?“

Gestern fand die Fachtagung „Arme Jugend. Generation Zukunft?“ an der Fachhochschule in Erfurt statt.
Die Initiatorengruppe, bestehend aus Vertretern der Fachhochschule Erfurt, der Landeszentrale für politische Bildung und des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB), Landesverband Thüringen, riefen das Problem der Jugendarmut nach drei früheren Tagungen zu verschiedenen Aspekten der Kinderarmut zurück auf die politische und fachliche Agenda in Thüringen.

„Die Teilnahme von über 180 Personen, darunter Vertreter der Politik, Berufspraktiker und Studierende, verdeutlichte die Brisanz der Themenstellung. Das sind fast doppelt so viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer als bei unseren letzten Tagungen, die in einem breiten Forum Lösungsansätze diskutierten und sich über die Problematik austauschten.“, erläuterte Herr Prof. Dr. Jörg Fischer, Tagungsleiter und Professor für Erziehungs- und Bildungskonzepte an der Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften der Fachhochschule Erfurt, erfreut.
Am Ende der Fachtagung war klar, dass zukünftig nicht mehr von der Jugend, sondern von differenzierten Jugenden gesprochen werden muss, wenn neue und kreative Ideen im fachlichen und politischen Umgang mit der Lebensphase „Jugend“ erprobt werden sollen. Dabei müssen künftig neben Ansätzen der Armutsprävention auch Aspekte der Bildungsförderung und der Eröffnung von Partizipationsmöglichkeiten gleichermaßen im Mittelpunkt stehen, um den Anforderungen einer modernen Jugend gerecht zu werden.

Zu viele Menschen sind in Deutschland von Armut betroffen. Die Jugendarmut wurde im Vergleich zu Alters- und Kinderarmut in der öffentlichen Diskussion bisher selten thematisiert – dabei sind junge Menschen in Deutschland die Generationengruppe, die am stärksten von Armut betroffen ist. In Ostdeutschland ist sie im Vergleich zur Altersarmut immerhin fast 4mal so hoch.
Dabei handelt es sich nicht allein um materielle Armut. Vielmehr verbergen sich hinter der Jugendarmut frühe Erfahrungen sozialer Ausgrenzung, gesundheitlicher Nachteile und kulturellen Ausschlusses. Bildungsverläufe und Berufseinstiege gestalten sich zunehmend problematisch. Die betroffenen Jugendlichen sind zugleich „partizipationsarm“, so dass sie ihre Lebenswünsche nicht im politischen Raum artikulieren.

Kontakt: Herr Prof. Dr. Jörg Fischer, E-Mail: joerg.fischer@fh-erfurt.de

Scroll to Top