Explosionswunden – Mediziner wappnen sich für den Fall eines Anschlags

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Mit Explosionswunden oder auch Schusswunden haben die Kliniken hierzulande nur wenig zu tun. „Zum Glück“, so Mumme, „denn wir sind für deren Versorgung auch nicht ausreichend ausgebildet.“ Jeder Streifenwagen habe zwar sogenannte Tourniquets an Bord, mit denen man verletzte Gliedmaßen abbindet, um ein Verbluten zu verhindern. Aber dadurch wird der verletzte Körperteil komplett von der Durchblutung abgeschnitten und stirbt irgendwann ab. „Nach allerhöchstens sechs Stunden ist Schluss: Dann muss man amputieren“, unterstreicht der Mediziner. „Wenn mehrere so erstversorgte Patienten zeitgleich in die Klinik eingeliefert werden, können wir vielleicht nur einem sein Bein retten.“

Mediziner bei Katastrophen nicht ausreichend ausgebildet

Die Bundeswehr, die in Krisengebieten mitunter auch die Zivilbevölkerung nach Angriffen versorgt, verfügt über neue Methoden und Techniken, um mit dem massenhaften Anfall solcher Verletzungen fertig zu werden. Hier greifen die Spezialisten beispielsweise auf spezielle Gefäßumleitungen zurück, sogenannte Shunts. Diese verschaffen den Helfern ausreichend Zeit, um verletzte Soldatinnen und Soldaten zum Beispiel aus Afghanistan nach Deutschland in Bundeswehrkliniken zu fliegen und dort zu operieren. „Diese neuen Möglichkeiten sind äußerst hilfreich, aber man muss ihre Anwendung lernen“, so Achim Mumme. Beim Symposium erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Einführung in die Techniken.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Achim Mumme
Klinik für Gefäßchirurgie
Katholisches Klinikum
Ruhr-Universität Bochum
Tel.: +49 234 509 2270
E-Mail: achim.mumme@rub.de

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