Experten gründen nationale Plattform für NanoBioMedizin

Nanotechnologie ist einer der Hoffnungsträger für die Diagnostik und Therapie von Erkrankungen. So könnten hochempfindliche Nanopartikel und nanostrukturierte Systeme bestimmte Moleküle erkennen, die als „Biomarker“ für bestimmte Krankheiten oder die Wirksamkeit eines Medikaments fungieren; das wäre eine Grundlage für eine personalisierte Medizin, bei der die Behandlung individuell auf den Patienten abgestimmt werden kann. Nanopartikel könnten auch Medikamente direkt an ihren Einsatzort bringen und beispielsweise an Krebszellen „andocken“, um nur an diesen Zellen ihre Wirkstoffe freizusetzen, was Nebenwirkungen bei der Krebstherapie entscheidend verringern könnte.

Zusammengefasst werden diese Ideen unter dem Stichwort „NanoBioMedizin“. Sie setzt eine sehr genaue Kenntnis einerseits über pharmazeutische und biochemische Zusammenhänge, andererseits über die Eigenschaften von Nanopartikeln und nanostrukturierten Systemen voraus. Die Zusammenarbeit von Chemikern, Medizinern, Physikern, Pharmakologen und Ingenieurwissenschaftlern, die dafür notwendig ist, wird heute schon beispielsweise an ersten Translationszentren für Regenerative Medizin erprobt.

Auf europäischer Ebene übernimmt die „European Technology Platform Nanomedicine“ die Rolle einer Informations- und Diskussionsplattform. Auf nationaler Ebene fehlen bisher entsprechende Strukturen, um das vorhandene wissenschaftliche und wirtschaftliche Potenzial umzusetzen und Deutschland in eine Spitzenposition in dieser Zukunftstechnologie zu bringen. Experten aus Industrie und Forschungseinrichtungen haben im Rahmen eines temporären ProcessNet-Arbeitskreises ein Positionspapier entwickelt, das die Einsatzmöglichkeiten, aber auch die nötigen Voraussetzungen für die Entwicklung der NanoBioMedizin von den Strukturen über Forschungsthemen bis zur Ausbildung skizziert.

Am 4. März 2015 wollen sich die Akteure zu einer Gründungsveranstaltung der nationalen Plattform NanoBioMedizin in Frankfurt treffen. Dazu sind alle weiteren Interessenten eingeladen.

Kontakt für weitere Auskünfte: Dr. Silke Megelski, megelski@dechema.de

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